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Stilblüten aus dem Antiquariat

geschrieben von Hermesmeier 
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
28. Mai 2014 16:39
Rolf Dernen schrieb:
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> Vergilbten Bücher in den 80ern anders als in den
> 70ern?

Vermutlich nicht, aber die aus den 70ern vergilbten mittlerweile halt länger.

smiling smiley


> sollte ich in meinem Alter dann doch mal eine
> Kontaktanzeige aufgeben.

Diese Phase habe ich hinter mir ... smiling smiley ("Sie machen sich keinen Begriff"; Hanns Dieter Hüsch.) (Und daß der Schachmeister Blackburne äußerte, er habe es niemals mit einem gesunden Spieler zu tun gehabt, sei auch noch erwähnt ...)

> Da kommt dann in Bezug
> auf meine Person "50er-Jahre-Gilb" rein. Mit
> Bindestrichen. Und was bedeutet "ex
> Bücherschrank"? Ist das sowas wie "Ex-Freundin",
> nur eben halt für Bücherregale?

Ich würde sagen, es heißt 'aus dem Bücherschrank heraus'. Äh ...
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
28. Mai 2014 16:42
Ex Bücherregal ist vermutlich ein Qualitätsmermal wie "Garagenwagen". Sie standen also warm und trocken, waren nicht der Witterung, der Badewanne oder den Feuchtbiotopen in Kellern oder auf Dachböden ausgesetzt. Sicher wohl der Gegenpol zu "Dachbodenfund". Oder so ...
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
28. Mai 2014 16:59
> Sie standen also warm und trocken

Wenn wir das "also" weglassen, klingt "Sie standen warm und trocken" wie ein Buchtitel, vgl. z.B. "Sie starben in den Stiefeln".

Über Erfahrungen mit dem Lagern von Büchern. Ein zweiter Titel, über andersartig gelagerte, könnte "Sie standen warm und feucht" lauten.

(Verzeihung)

("stört den Unterricht"winking smiley



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.05.14 17:12.
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
28. Mai 2014 19:19
Für Wolfgangs Definitionsversuch hab ich doch jetzt glatt einen Like-Button gesucht. Meine Tochter wäre stolz auf mich. winking smiley
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
28. Mai 2014 19:25
Rolf Dernen schrieb:
Quote

Das ist alles so komisch! "80er Jahre Gilb". Vergilbten Bücher in den 80ern anders als in den 70ern? ...

Wäre ja sicher verständlich, wenn der Verfasser einfach nur "80er Jahre Gilb" geschrieben hätte, aber "Die Bücher haben den 80er Jahre Gilb" ist auch für mich ein Hinweis, dass es sich um eine ganz besondere Sorte handeln muss.

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.14 07:39.
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
30. Mai 2014 21:03
Aus der Überschrift des Angebots: "Original- Fehsenfelder- Karl-May-Bände"
Angeboten wird dann Winnetous Erben, 111. bis 135.Tausend. (Gut, immerhin mit "Karl-May-Verlag Fehsenfeld & Co"-Aufschrift, unter einem "Original- Fehsenfelder" dürften die meisten Sammler aber etwas anderes verstehen.)

[www.zvab.com]
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
10. Juni 2014 08:20
Da hat sich ja 'ne ganze Menge angesammelt!










Mit diesem einen Titel haben wohl einige ihre Schwierigkeiten, so manch einer reist nach Stanbul, andere nach Istanbul, einige sogar nach Istambul, es gab auch schon einen der unbedingt in Bangkok starten wollte aber der hier kommt gar nicht erst von der Stelle (oder ist das als Rundreise gedacht?):



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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.14 21:11.
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
20. Juni 2014 08:38
Da kann man mal sehen, welchen Wert Übersetzungsprogramme aus dem Internet haben. Der Verkäufer sitzt in Frankreich und betreibt ein Buchantiquariat. Um den Versand nach Deutschland abzuklären soll man vorher mit dem Verkäufer Kontakt aufnehmen:

Freiburg, Friedrich Ernst FEHLENFELD (s.d: ca 1900)

Einband im Stoff mit schwarzem Titel und Verzierung und nun im Rücken, dem 1. mit einer vielfarbigen Zeichnung geschmückten Gericht. (Reibungen und Erschöpfungen in frisierst, sonst Guter üblicher allgemeiner Staat.)


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Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
15. Juli 2014 22:15
Kann das echt sein?

Ich hatte schon viele kuriose Ausgaben in der Hand mit einmaligen Deckelbildern, aber so etwas? Gut, das Bild selbst ist von Lindeberg, wurde aber erst seit 1950 verwendet. Die Schriftart entspricht der seit 1965 verwendeten, ist allerdings NICHT geprägt sondern aufgemalt. Erschwerend kommt noch dazu, dass die Buchstaben unterschiedlich in Höhe und Abstand angeordnet sind. Wenn dann laut Beschreibung leimbedingte Blasen unter dem Bild sind kann es sich doch eigentlich nur um eine Eigenfabrikation handeln oder spricht man da schon von Fälschung? Immerhin will der Verkäufer mit diesem Deckelbild gezielt Kapital herausschlagen.

GW9.25 - EN: 04.04.1932





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Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
15. Juli 2014 22:29
Das Buch kann nur gebastelt sein. Da hat jemand die Deckel-Leinwand einer Bamberger Ausgabe ausgeschnitten und auf einen katastrophal schlecht erhaltenen Radebeuler gepappt. Am auffälligsten ist dabei, dass zwei verschiedene Leinenfarben vorliegen. Die Farbe auf dem Hinterdeckel, dem Rücken und dem Vorderdeckelrand stammt von der Original-Leinwand des Radebeulers. Im Titelfeld "Winnetou" weicht die Leinenfarbe deutlich ab. Der goldene Rahmen auf dem Deckel ist vermutlich mit Revellfarben o. ä. nachgezeichnet.
Das Deckelbild ist übrigens nicht von Carl Lindeberg (auch wenn es im Impressum stehen sollte), sondern von Bruno Schwatzek. Es wurde für die Wiener Lizenzausgabe des Ueberreuter-Verlags entworfen und ist dann in Bamberg übernommen worden. Vorlage für das Motiv ist eine Illustration von Burian aus einer tschechischen May-Ausgabe.
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
27. August 2014 08:18
Wer mag noch alles in diesem Grab liegen:
eBay
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
09. September 2014 19:33
Hier bietet jemand eine Ausgabe aus der Zeit nach dem dritten Weltkrieg an:
eBay
Kennen die Verkäufer nicht den ureigenen Zweck der blauen Tonne?
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
09. September 2014 20:00
Blaue Tonne? So einfach ist das nicht. In der Bibliothek, die die Ehre hatte, mich fast 20 Jahre beschäftigen zu dürfen, war man gehalten, bei Buchvernichtung den Buchblock vom Umschlag (Leinen, Kunststoff etc.) zu trennen und beides separat zu entsorgen.
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
09. September 2014 20:28
In Berlin gibt's jedenfalls mindestens eine Papiermühle, bei der man sich diese Arbeit sparen kann. Die nehmen Bücher, wie sie sind. Bringt roundabaout 50 Euro die Tonne.

Soeben wurde mir noch zugetragen, dass folgender "moosgrüne" May-Band (der offenbar kurz vor der abgeschlossenen Fermentierung noch einmal gerettet wurde, um ihn höheren Zwecken zuzuführen) von einem Künstler namens "Mübarek" illustriert wurde. Da werden H/S Ihre "Traumwelten" wohl überarbeiten müssen...
eBay
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
10. September 2014 08:39


"Fermentierung" ist gut, hier ist es offensichtlich schon passiert, Stefan aus Fischach ist dann allerdings der Meinung, dass die "starken Gebrauchsspuren" eher wertsteigernd seien, 40,00 € ist ihm dieses Stück Sondermüll wert, obwohl er den Inhalt auf Grund fehlender Deutschkenntnisse nicht ansatzweise verstehen dürfte.

Karl May Das Geheimnis des Marabut Buch 1929 1 bis 30. Laufend
Von 1929 Herausgegen von Dr. E.U. Schmid und Franz Randolf 1. bis 30 Laufend
Weißt für sein Alter außen starke Gebrauchsspuren auf ...


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Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie man das K für ein R halten kann, wenn allein der Name "Karl" (der offenbar gedeutet werden kann!) vier Mal zu sehen ist und zum Vergleich auch das Wort "Roman" (den zwei Mal erwähnten Ort Radebeul muss man nicht zwingend kennen) auf der Titelseite steht.

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Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
10. September 2014 09:09
Ach, lasst ihnen doch die Freude, etwas Sondermüll anbieten zu können.
Bedenklich wäre es doch eher, wenn das jemand kauft
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
10. September 2014 09:22
Wenn ich über den Flohmarkt gehe, dann mache ich einen Bogen um Ekelkisten, die offenkundig schon diverse Wetterereignisse über sich ergehen lassen mussten. Ich möchte mich nicht durch Dreck wühlen, um die unentdeckt gebliebenen Zimelien aus dem Müll zu retten.

Genauso wenig möchte ich mich in der virtuellen Welt des Internets an Buchleichen vorbeischleichen, um irgendwo dahinter oder dazwischen auf das Sammelwürdige zu stoßen. Wieviel Zeit man damit verschwenden muss, Verwesendes zu ignorieren, wird doch sehr unterschätzt. 500 Angebote zu filzen, geht auf jeden Fall schneller als 30.000.

Aus diesem Grund bin ich verwitterndem Schrott "in altersgemäß guter Erhaltung" gegenüber intolerant.
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
12. September 2014 08:30
Hier kann man nur hoffen, dass der französische Verkäufer den Google-Translator nicht auch noch zum lesen des Buches verwenden musste, zumindest bei dieser Artikelbeschreibung ist der praktische Nutzen eines Übersetzungsprogrammes gleich null:

"OLD SUREHAND" III Band - Karl MAY - FEHLENFELD Reliure polychrome c1900 !

Einband im Stoff mit schwarzem Titel und Verzierung und nun im Rücken, dem 1. mit einer vielfarbigen Zeichnung geschmückten Gericht. Reibungen und Erschöpfungen in frisierst, sonst Guter üblicher allgemeiner Staat.

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Da würde ich wohl einen Artikel lieber nur für den heimischen Markt in Muttersprache anbieten und somit das "Problem" mit der Übersetzung an ausländische Kunden deligieren. Das ändert zwar nicht unbedingt die unsinnige Übersetzung, aber im Empfinden des Kunden ist dann wenigstens nicht mehr der Verkäufer der Depp sondern der Translator.

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Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
12. September 2014 08:43
So wird aus einem polychromen ganz schnell ein polyglotter Schrotthaufen.
Welche Mühe er sich gegeben hat, Rücken und Einband (mittlere Darstellung) frischer aussehen zu lassen, ahnt man, wenn man mit dem Rücken ganz links vergleicht. Da hat er das vergessen. Hony soit qui mal y pense. [Friss das, Google-Translator!]
Re: Stilblüten aus dem Antiquariat
12. September 2014 17:07
Dann ergibt der Unfug einen völlig anderen Sinn:

"Alles Abgeriebene wurde bis zur Erschöpfung frisiert" (oder so)

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.14 17:47.
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