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Das Waldröschen

geschrieben von Helmut 
Re: Das Waldröschen
04. Mai 2008 14:22
Der Pater Hilario - bei dem ich jetzt angelangt bin - ist auch wieder eine interessante Figur. (Den (Druck-)fehler "Manfreda" für dessen Neffen wollen wir getrost dem Setzer anlasten, im Mayschen Manuskript wird wohl schon richtig Manfredo gestanden haben.)
In dem besagten (Ex-)Geistlichen wird May wiederum ein Stück weit geballten Antiklerikalismus los.
Es ist schon erstaunlich, dass May gleichzeitig für beide Seiten im Kulturkampf Stellung bezogen hat, je nachdem ob er im Hausschatz oder für einen anderen Verlag (allerdings hier auch noch unter Decknamen) schrieb.
Dazu bedarf es durchaus eine höhere Stufe von Opportunismus.
Ich frage mich, ob es nicht auch solche Dinge waren, gegen die Cardauns u.a. wetterten.

Helmut
Re: Das Waldröschen
07. Mai 2008 14:50
Was mir da noch so aufgefallen ist.

Hier bei den Kolportageromanen hat sich May offensichtlich auch die "Mühe" erspart, Spitznamen aus der "Originalsprache" zu nehmen. So bleibt es hier z.B. bei einem "Trapper Geierschnabel","Schwarzer Gérard", "Kleiner André",... im Gegensatz zu den (englischen/französischen)) "Old Firehand", "Sans Ear","Old Death" u.ä. der Reiseromane. Auch sind - finde ich - die Einsprengsel in exotischen Fremdsprachen deutlich geringer. Es ging ja wohl auch nicht anders, wenn man berücksichtigt, dass er in viel kürzerer Zeit wesentlich mehr Text abzuliefern hatte.

Ich begleite zur Zeit Geierschnabel in Deutschland. Wie er mit den "Honoratioren" umgeht, kann ich (persönlich) ja verstehen; aber dass er dann genauso mit dem "niederen" Volk umspringt, ist kein schöner Zug von ihm.

Helmut
Re: Das Waldröschen
07. Mai 2008 15:14
Ich komme seit einer Woche nicht mehr zum lesen. sad smiley
Vielleicht schaffe ich Pfingsten wieder ein Stück.
Re: Das Waldröschen
07. Mai 2008 15:35
Ich kann jetzt leider nicht mehr warten.
Es ist jetzt gerade so fürchterlich spannend; erst könnte es so langsam der (endgültigen) Lösung (wo nach Arno Schmidt die übrig gebliebenen Guten paarweise zum Hochzeitsaltar getrieben werden) entgegengehen, da kommt doch noch dieser elende (ex-)Pater Hilario mit seinem Neffen Manfreda (so die mit Abstand häufigste Schreibweise im Reprint) und es wieder alles offen ... (und wir sind plötzlich wieder mit dem Geierschnabel in Deutschland (s.o.) )

(hupf)

Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.05.08 15:36.
Re: Das Waldröschen
07. Mai 2008 18:42
JennyFlorstedt schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich komme seit einer Woche nicht mehr zum lesen.
> sad smiley
> Vielleicht schaffe ich Pfingsten wieder ein Stück.

Geht mir nicht anders, liegt wohl an dem großen Planeten der da so heiß vom Himmel scheintwinking smiley
Re: Das Waldröschen
07. Mai 2008 19:18
Helmut schrieb:
-------------------------------------------------------
> Was mir da noch so aufgefallen ist.
>
> Hier bei den Kolportageromanen hat sich May
> offensichtlich auch die "Mühe" erspart, Spitznamen
> aus der "Originalsprache" zu nehmen. So bleibt es
> hier z.B. bei einem "Trapper
> Geierschnabel","Schwarzer Gérard", "Kleiner
> André",... im Gegensatz zu den
> (englischen/französischen)) "Old Firehand", "Sans
> Ear","Old Death" u.ä. der Reiseromane. Auch sind -
> finde ich - die Einsprengsel in exotischen
> Fremdsprachen deutlich geringer. Es ging ja wohl
> auch nicht anders, wenn man berücksichtigt, dass
> er in viel kürzerer Zeit wesentlich mehr Text
> abzuliefern hatte.
>
> Ich begleite zur Zeit Geierschnabel in
> Deutschland. Wie er mit den "Honoratioren" umgeht,
> kann ich (persönlich) ja verstehen; aber dass er
> dann genauso mit dem "niederen" Volk umspringt,
> ist kein schöner Zug von ihm.
>
> Helmut

Komischerweise ist bei den Indianern das Gegenteil der Fall. Bei der Kolportage nennt May vielfach zu den deutschen Namen auch den indianischen Ausdruck (Bärenherz=Schosh-in-liett; Büffelstirn=Tecalto). Selbst Sternau bekommt, wenn auch nicht einen amerikanischen, dafür aber den indianischen Namen Matavase.

Markus
Re: Das Waldröschen
08. Mai 2008 09:15
Markus schrieb:
-------------------------------------------------------
> Geht mir nicht anders, liegt wohl an dem großen Planeten der da so heiß vom Himmel scheintwinking smiley

*Besserwissermodus an*
Der "große Planet" ist ein Stern.
*Bwm aus*
Re: Das Waldröschen
08. Mai 2008 18:16
Rehkitz schrieb:
-------------------------------------------------------
> Markus schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Geht mir nicht anders, liegt wohl an dem großen
> Planeten der da so heiß vom Himmel scheintwinking smiley
>
> *Besserwissermodus an*
> Der "große Planet" ist ein Stern.
> *Bwm aus*

*Schnelldiekurvekriegmodus an*
Woher willst du denn wissen daß ich grad die Sonne meine?
*Sdkkm aus*

grinning smiley
Re: Das Waldröschen
12. Mai 2008 08:21
Ich komme langsam hinterhergebummelt. Die Schlacht um das Fort Guadeloupe (welches ist dabei gemeint? gab es das wirklich?) wurde gestern abend geschlagen. smiling smiley

ta
Re: Das Waldröschen
12. Mai 2008 13:53
vielleicht dieses hier:

[www.travelpost.com]

(Link zur Homepage von Guadalupe, Mexico)


Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.05.08 14:11.
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 14:46
Ich bin jetzt übrigens durch.

Gestehen muss ich, dass mir die Geschichte mit dem Max Habsburg schon ziemlich auf den Senkel ging. Das Ganze so mit dem Duktus "einem Angehörigen eines europäischen Herrscherhauses (von Gott eingesetzt!) darf man doch nicht für seine Taten einfach so aburteilen und das Urteil dann auch noch vollstrecken". Da war man doch auch schon Ende des 19. Jahrhunderts darüber hinaus.

Versöhnt hat mich dann allerdings, zu meinem eigenen Erstaunen, das (rührselige und happy) Ende, auch der Maskenball wo für jeden ein Pendant gefunden wird.

Der Schlussabsatz mit dem "das Weitere über die Personen, die wir da vergessen haben" erfährt der Leser dann im "verlorenen Sohn"; dieser Schlussabsatz dürfte meinem Gefühl nach von der Redaktion "Münchmeyer" stammen und einfach für das nächste "Werk" werben.
(Pepi und Zilly sollten illegitime Töchter von Ferdinando de R. sein oder werden, habe ich irgendwo gelesen.)

Jetzt werde ich mir noch die Sekundärliteratur zum Waldröschen vornehmen, dann gehts auf zur "Ulanenliebe".

Helmut
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 15:41
Ich bin gerade an der Stelle, an der Mejia Max auseinandersetzt, dass das Dekret, das er zu veröffentlichen gedenkt, sein Todesurteil sein wird.
Und - sieh da, sieh da, Tomatentheo - so kam es denn auch.

Da fand ich, dass Karl May im Kolportageroman historisches Wissen mal gut vermittelt hat. Fragt sich natürlich nur, wieviele Leute das damals so wahrgenommen haben. winking smiley Es gibt ja auch heute noch genug Leute, die vor lauter biografischen Spiegelungen im Werk vergessen, dass May Lehrer war und da auch noch einen gewissen Ehrgeiz hatte.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.05.08 18:38.
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 17:39
Quote

Gestehen muss ich, dass mir die Geschichte mit dem Max Habsburg schon ziemlich auf den Senkel ging.
Aber, das ist ja heute auch nicht viel anders. Was heute das "grüne Blatt" und ähnliches im Blätterwald mit Geschichten aus dem Liebesleben des europäischen Adels, das waren eben damals die Kolportageromane. Und da hat eben May (mit seinem immer wieder auftretenden Opportunismus) eben auch kräftig mitgemischt. Dabei konnte er ja durchaus anders, wie z.B. "der verlorene Sohn" zeigt. Oder noch im "Waldröschen":
Quote

Unsere Schicksale haben uns gelehrt, daß der Mensch nur so viel werth ist, als er selbst wiegt, und daß Rang, Stand und Besitz nur eine sehr nebensächliche decorative Bedeutung besitzen.

Was mir an der ganzen Geschichte so auf die Nerven geht, - mir ganz persönlich als alten Anarchisten, auch das betone ich gerne nochmal - ist dieses ständige Rumgesülze auf die von Gott gegebenen Privilegien des (insbesondere deutschen) Adels.
Aber auch da hat sich in der heuten Zeit nicht so fürchterlich viel geändert; denn wer z.B. weiss denn heute noch, dass in Deutschland der Adel mit all seinen Privilegien (und Anredeformen) 1919 per Gesetz abgeschafft wurde, und dass dieses Gesetz (meines Wissens) heute noch in Kraft ist.

Helmut



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.05.08 17:40.
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 18:10
Helmut schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Was mir an der ganzen Geschichte so auf die Nerven
> geht, - mir ganz persönlich als alten Anarchisten,
> auch das betone ich gerne nochmal - ist dieses
> ständige Rumgesülze auf die von Gott gegebenen
> Privilegien des (insbesondere deutschen) Adels.
> Aber auch da hat sich in der heuten Zeit nicht so
> fürchterlich viel geändert; denn wer z.B. weiss
> denn heute noch, dass in Deutschland der Adel mit
> all seinen Privilegien (und Anredeformen) 1919 per
> Gesetz abgeschafft wurde, und dass dieses Gesetz
> (meines Wissens) heute noch in Kraft ist.
>
Ja, Mays Adelsgesülze ist mir auch stets auf den Geist gegangen. Die Helden in den Kolportageromanen werden ja auch gerne nobiliert ("Brandt von Brandtenstein" im "Verlorenen Sohn"winking smiley. Das Gesetz, das Du ansprichst, ist nach wie vor gültig. Der Adelsname wurde zum Eigennamen und führte dadurch zu dem interessanten Phänomen, daß es mittlerweile entschieden mehr "Barone von Tun und Tatnix" gibt als vor 1919. Hat mir mal ein Bürgermeister erklärt. Irgendwann werden wir dann alle mal einen Adelstitel tragen, wenn wir uns einigermaßen geschickt verheiraten.
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 18:31
Andererseits lass so eine Person mal im Fernsehen auftreten... die "Moderatoren" gerade bei den Privaten laufen ja geradezu rückwärts vor Ehrfurcht und konstruieren Anreden wie sie Karl May nicht schöner hätte falsch verwenden können. smiling smiley
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 21:13
Die Adeligen konnten sich damals (1919) den Titel in einen "Namenszusatz" umwandeln lassen.
Das bedeutet, dass z.B. die richtige Anrede z.B. "Frau Fürst von Tun und Tatnix" ist, und nicht irgend ein anderer Kokolores.

Aber damit genug abgeschweift.

Helmut
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 21:26
Ach, übrigens, bei dieser ganzen Geschichte über den armen Max und die Ereignisse in Mexiko, hat sich May, wie ich gerade gelesen habe, heftig aus dem Buch "Das Trauerspiel in Mexiko" von Johannes Scherr, erschienen 1868, bedient, bis hin zu seitenweisem Abschreiben.

Helmut
Re: Das Waldröschen
13. Mai 2008 22:34
JennyFlorstedt schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich bin gerade an der Stelle, an der Mejia Max
> auseinandersetzt, dass das Dekret, das er zu
> veröffentlichen gedenkt, sein Todesurteil sein
> wird.
> Und - sieh da, sieh da, Tomatentheo - so kam es
> denn auch.
>
> Da fand ich, dass Karl May im Kolportageroman
> historisches Wissen mal gut vermittelt hat. Fragt
> sich natürlich nur, wieviele Leute das damals so
> wahrgenommen haben. winking smiley Es gibt ja auch heute noch
> genug Leute, die vor lauter biografischen
> Spiegelungen im Werk vergessen, dass May Lehrer
> war und da auch noch einen gewissen Ehrgeiz hatte.


Jetzt wo dus erwähnst fällt es mir auch auf. Er konnte gut erklären.
Ihn als Lehrer hätte ich gerne gehabt.winking smiley

Markus
Re: Das Waldröschen
14. Mai 2008 14:30
Was Adel anbelangt, so legt May eine beachtliche Inkonsequenz zutage. So lässt er Sternau zwar sagen:
Quote

Unsere Schicksale haben uns gelehrt, daß der Mensch nur so viel werth ist, als er selbst wiegt, und daß Rang, Stand und Besitz nur eine sehr nebensächliche decorative Bedeutung besitzen.

Aber letztendlich wird aus dem unehelichen Sohn einer Gouvernante eben doch ein Herzog von Olsuna, (und wenn es auch nur ist, damit es keine "Misaliance" geben wird). Solche "Beförderungen" gibt es z.B. im "Verlorenen Sohn" ebenso.
So bleibt im Waldröschen einzig die Titelheldin übrig, die "unter ihrem Stand" heiraten darf; obwohl ja Curt Helmers durch das Wohlwollen Bismarcks "mehr als geadelt" ist. (Bismarck ist auch so eine Gestalt, die sich "liebevoll" positiv in Mays Werk durchzieht, sogar dessen Vorfahren werden in den "Quitzows" hervorgehoben.)

Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.05.08 14:30.
Re: Das Waldröschen
14. Mai 2008 15:03
May beteiligte sich auch an der Finanzierung des Bismarck-Turms in Radebeul.
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