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Der Mahdi

geschrieben von Helmut 
Der Mahdi
18. Juli 2009 17:04
Im 18. Jahrgang des "Deutschen Hausschatz in Wort und Bild" von Oktober 1891 bis Oktober 1892 erschien unter folgendem Titel Der Mahdi. Reiseerzählung von Karl May. Erster Band. Am Nile. der erste Teil, im folgenden Jahrgang (Oktober 1892 bis Oktober 1893) unter dem Titel Der Mahdi. Reiseerzählung von Karl May. Zweiter Band. Im Sudan. der zweite Teil dieses Romans von Karl May.
Dies war während einer "Zwischenzeit" im Leben des Schriftstellers. Während er (verm.) am ersten Teil schrieb, war er immer noch (nur) Zeitschriftenschreiber (i.w. eben für den "Hausschatz" und dem "Guten Kameraden" (da war wohl gerade "das Vermächtnis des Inka" dran). Er verdiente zwar dabei nicht schlecht, aber es kamen da doch auch vom Hausschatz Signale, dass die wohl nicht mehr so viel von ihm haben wollten. Dies war auch durch "Leserbriefe" unterstützt, ob diese echt waren oder im Sinne der Redaktion lanziert oder getürkt, kann man wohl nicht mehr feststellen.
1992 war er dann (endlich) Schriftsteller von Büchern und im Verlag Fehsenfeld war der Orientzyklus am Entstehen und auch im Union-Verlag auch bereits der zweite Titel der "blaurote Methusalem".
Ob wir von diesem Umbruch in seinem Roman etwas "erfahren"? Wir werden sehen.

Als dann der Roman 1985/96(unter dem neuen Reihentitel "Im Lande des Mahdi"winking smiley für die (Fehsenfeld-)Buchausgabe vorbereitet wurde, stellte sich heraus, dass der Text gerade zweieinhalb Bände füllen würde, und so schrieb May für diese Ausgabe noch 2 Kapitel dazu (die allerdings eigentlich nicht so richtig "dazupassen".


Helmut



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.09 09:32.
Re: Der Mahdi
18. Juli 2009 19:17
Quote

Oktober 1881 bis Oktober 1882

Du verwirrst uns ...

winking smiley
Re: Der Mahdi
19. Juli 2009 09:31
Das war natürlich einfach falsch, es muss "1891/1892" heißen (ich hab's nachträglich entspr. korrigiert).

Ich lese übrigens den Hausschatz-Reprint von der KMG.
Lt. Vorwort von W. Ilmer gibt es kaum Änderungen zur (Fehsenfeld-)Buchausgabe (mit Ausnahme des urspr. Schlusses).

Helmut

PS.: Wie wäre es denn vielleicht mit einer Änderung/Aktualisierung auf der Startseite?



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.09 09:36.
Re: Der Mahdi
21. Juli 2009 15:33
Habe fertich!

Hatte einfach mal so schon angefangen zu lesen... und tja, was soll ich sagen, jetzt bin ich mit allen 3 Bänden schon durch. Uff.

andrea
Re: Der Mahdi
21. Juli 2009 16:59
Bei mir wird es diesmal wohl (noch) langsamer gehen, denn
(und jetzt werde ich wieder was persönliches und auch meine Gesundheit betreffendes schreiben, auch auf die Gefahr hin, wieder "so harsch angegangen zu werden" (aber das ist mir mittlerweile auch egal), also nichts für ungut)
- "die Wochen der schlimmen Erwartungen" haben für mich die Skala der wichtigen Dinge wesentlich verschoben, und mich auch die "Langsamkeit" wieder entdecken lassen
- die durch die Krankheit bedingte Gewichtsabnahme (mittlerweile 15 kg) haben mich nicht nur physisch geschwächt
- die Behandlung der beiden Krankheiten (die sich jetzt eingestellt haben) ist rel. kompliziert, da sich die Therapien teilweise gegenseitig ausschliessen, sowohl in der Diät als auch bei den Medikamenten.

Helmut
Re: Der Mahdi
05. August 2009 15:34

1. Kapitel. Ein Chajjal.


Zu Beginn dieser Geschichte kam die Hausschatz-Redaktion des Wunsches vieler Leser (der Karl-May-Geschichten) nach und druckte ein Foto ihres immer beliebter werdenden Autors ab. Dieses Foto ist allerdings noch meilenweit entfernt von den späteren May'schen-Kostümfotos, obwohl es von einer (gemalten) "arabischen" Szene (und Waffen) eingerahmt ist. May selbst ist hier nicht etwa als Abenteurer oder Weltreisender abgebildet, sondern ganz einfach als Schriftsteller (sogar mit "Kneifer"winking smiley. Also hier ist noch nichts von dem "das-habe-ich-alles-selbst-erlebt"-Habitus zu sehen. Es ist wohl auch (soviel ich weiß) das erste veröffentlichte Foto unseres Autors.

Die Geschichte beginnt auch nicht als "Fortsetzung" des Orientzyklus, und es gibt auch keinerlei Verweise darauf (die kamen erst später in der Buchfassung). Verwiesen wird allerdings auf eine ältere Geschichte, nämlich die "Gum". (Das ist die Geschichte, in der als Besonderheit ein Engländer ohne "Spleen" auftritt, nämlich Emery Bothwell, der auch noch - auch als einer der ganz wenigen (außer Winnetou) - mit dem Ich-Erzähler völlig auf gleicher Stufe steht.)

In einem Bierlokal trifft der Ich-Erzähler auf Murad Nassyr, der angibt ihn schon lange zu kennen (von den Abenteuern um die "Gum" nämlich).
Es fällte einem dabei natürlich ein anderes Treffen in einem (jedoch Dresdner) Bierlokal ein, von dem May erzählte, von dem Treffen mit Münchmeyer. Dieses Treffen war wohl auch für May "traumatisch", ging doch soviel Übles davon aus, wie er meinte. Ob das in Wirklichkeit auch so war, wollen wir dahin gestellt sein lassen; jedenfalls hat May seinerzeit den (zusätzlichen) Verdienst durch die Kolportageromane sehr gut brauchen können. Nach Kittstein (JBKMG 1995) befand er sich damals in einer "Schaffenskrise" und hat auch deshalb gerne das Angebot als Kolportage-(Schund-)Autor angenommen.
Auch eine Schwester Murad Nassyrs ist nicht weit, im wirklichen Leben war es ja damals die Schwägerin.

In der Geschichte gibt es häufige May'sche Ingredenzien, z.B. ein Original den Haushofmeister Selim (der den Ich-Erzähler später auch noch zum Islam bekehren will) und die Heilung von Zahnschmerzen (der Ich-Erzähler spielt halt auch (wie sein Autor) gerne den Arzt).


Wer den Neger nicht für erziehungsfähig hält, wer ihm die besseren Neigungen des Herzens abspricht, der begeht eine große Sünde nicht nur gegen die schwarze Rasse, sondern gegen das ganze Menschengeschlecht.

(S. 23 des KMG-Reprints)
Dazu bedarf es keinen Kommentars.

Ob Mays harsche Worte über islamische Würdenträger wirklich nur auf diesen Glauben beschränkt sind, kann doch bezweifelt werden.
Die Szene mit der Schwester Murads erinnert ein wenig an Senitzas Entführung.

Seite 33 wird eines der Gespenster "mit einigen Hieben auf den Hinterkopf" unschädlich gemacht. Da fragt man sich doch unwillkürlich, wo den der berühmte "Jagdhieb" geblieben ist. Aber der Ich-Erzähler ist hier eben doch (noch?) nicht der wahre KBN und schon gar nicht OS.
Auf Seite 45 wird erstmals über den Mahdi gesprochen, für May'sche Verhältnisse schon sehr früh winking smiley .


"... Allah ist groß, und ihr Deutschen seid klug. Hast Du den Kaiser von Deutschland gesehen?"
"Oft."
"Und seinen großen Minister?"
"Bismarck? Auch."
"Vielleicht auch seinen berühmten Obergeneral, welcher alle Schlachten gewinnt?"
"Mit diesem habe ich oft an einem Tisch gespeist."

(S. 51)
So hat May später auch im privaten Kreis herumschwadroniert.

Der neu hinzukommende Reis Effendina stellt sich erstmal u.a. als Schriftsteller vor.
Wenn Murad Nassyr Münchmeyer ist, dann ist dieser eine "Spiegelung" Fehsenfelds, der May seinerzeit aus den Klauen der Kolportage (des Sklavenhandels) befreite, wie May das sah.


"Gib mir die Hand Effendi! Du bist ein Christ, und ich bin ein Moslem; aber wir sind Brüder und gehorchen unserem Vater, weil wir ihn lieben!"

(S.54)
Re: Der Mahdi
05. August 2009 17:26
Mich würde Mays Quelle für die Heilige Kadirine interessieren.
Hast du dazu in der Sekundärliteratur zufällig etwas gefunden?

Jenny
Re: Der Mahdi
05. August 2009 17:31
>>> Dieses Foto ist allerdings noch meilenweit entfernt von den späteren May'schen-Kostümfotos

Er sieht aus wie eine Mischung aus Heinrich Keiter und Dirk Bogarde als Gustav von Aschenbach

grinning smiley

(vgl. Großer Bildatlas S. 215. Heinrich Keiter gibt's dort gleich um die Ecke, auf S. 216)

>>> Dazu bedarf es keinen Kommentars.

Vielleicht doch ... der Optimist sieht nur den Käse, der Pessimist nur die Löcher, der Pesoptim- oder Optipessist sieht beides: einerseits die brüderliche Ader (Dutzidutzi ...), andererseits den 'gnädigen' Gestus wie von oben herunter ...

>>> Ob Mays harsche Worte über islamische Würdenträger wirklich nur auf diesen Glauben beschränkt sind, kann doch bezweifelt werden.

Richtig, sehr richtig (in jedem von uns steckt ein Selim ...) Ich sehe da auch ziemlich unverhohlene Kritik an Kirchenfunktionären o.ä. in Deutschland, indes so hübsch verpackt, daß es beim "Hausschatz" keiner merken sollte und offensichtlich auch nicht gemerkt hat ...

>>> Aber der Ich-Erzähler ist hier eben doch (noch?) nicht der wahre KBN und schon gar nicht OS.

Für mich ist er das ohne jeden Zweifel ... von der Entstehungszeit mal ganz abgesehen, das war für mich immer das gleiche Ich, ich wäre niemals auf einen anderen Gedanken gekommen. (Vorsichtshalber: dies ist, wie so manches, rein subjektiv. Jeder soll es sehen wie er lustig ist.)

>>> Wenn Murad Nassyr Münchmeyer ist

m.E. ohne Zweifel

>>> dann ist dieser [Reis E.] eine "Spiegelung" Fehsenfelds

Fehsenfeld erscheint mir zu weich für Reis E., außerdem ist er auch erst später aufgekreuzt ... Man mutmaßt ja u.a. auch Kürschner, habe ich mal gelesen. Würde passen, der hat ihn ja 1886 eingeladen, für ihn zu schreiben. Worauf sich KM allmählich von der Kolportage löste.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.08.09 17:47.
Re: Der Mahdi
06. August 2009 00:00
Natürlich ist's immer das gleiche "ich", nur hat er mal mehr und mal weniger die "KBN-Allüren", und hier eben ganz einfach deutlich weniger, er heißt ja auch gar nicht so. Der Name kam erst später, wie schon erwähnt für die Buchausgabe dazu.

Dies ist meiner Meinung nach genauso, wie ich dies auch für OS im Deadly Dust beschrieben hatte.

@Jenny:
Bis auf das Vorwort des Reprints (von Ilmer) habe ich die Sekundärliteratur noch nicht gelesen; das mache ich immer erst hinterher.

Helmut
Re: Der Mahdi
06. August 2009 11:21
Nur der Vollständigkeit halber, es hat zwar sowieso niemand gemerkt, ich meinte natürlich den "Scout" und nicht den tödlichen Staub.

Helmut
Re: Der Mahdi
06. August 2009 13:47
Doch, es kam mir irgendwie merkwürdig vor. Aber da ich den Staub (staubtrockene Handlung wohl nichtgrinning smiley) noch nicht in der Urfassung las, dachte ich mir, da hälste mal besser die Klappe(hupf).
Re: Der Mahdi
17. August 2009 14:46

Zweites Kapitel. El Muza'bir


Schon wieder ein neuer Saxonismus:

... in grassem Widerspruche ...

(S.62)

Und schon wieder nimmt er seine Tätigkeit als Arzt auf (S. 65), dass May diesem(r) Beruf(ung) nicht nachkommen konnte, ist ihm wohl auch so langsam zum Trauma geworden; und die verordneten Heilmittel (bzw. Kur) ist auch hier wieder sehr hilfreich (für andere), aber auch trickreich (für den Patienten). (S. 67)

Der Ich-Erzähler zeigt wieder seine Reitkunst und die Liebe zu Pferden; in der anderen Leseebene heißt das dann, dass er seine Fähigkeit Reiseromane zu schreiben "wieder gefunden" hat.

Auf Seite 67 kommt doch noch eine Reminiszenz zum Orientzyklus in Form von "Rih".

Einige Bemerkungen zur Mondfinsternis (S. 74/75):
meiner Kenntnis nach, kann eine totale Mondfinsternis (die im übrigen auch äußerst selten vorkommt) eigentlich nur "mitten in der Nacht" auftreten (wenn nämlich Sonne und Mond genau an den entgegengesetzten Seiten der Erde stehen) und nicht zu dem von May angegeben Zeitpunkt.
Die Daten zum Mond (die allerdings auch heute noch ungefähr stimmen) hat er wohl der "Schacht & Hütte"-Zeit entnommen.
Auf S. 76 hat sich übrigens der bisherige Grauschimmel plötzlich in einen Rotschimmel verwandelt.
S. 87 taucht dann der Skarabäus auf; das war wohl auch eines seiner Lieblingstiere, auf den späteren Fotos trägt er einen solchen als Krawattennadel.

Immer wieder wird auch die großen Fähigkeiten der westlich Konsule hervorgehoben. Ob das wohl so richtig war, da habe ich doch so meine Zweifel.


"... daß derselbe unterwegs gestorben oder gar verunglückt sei."

Diese Art der Formulierung (hier S. 95) findet man öfters bei May.

Die Unterschiede in der "Sklavenfrage" zwischen Moslems und Christen, wie sie May beschreibt, sind wohl in der Realität so auch (historisch zumindest) nicht haltbar. Ich vermute eigentlich, dass May hier durch die Bezeichnung "Christen" und "Moslems" die Menschen wohl anders aufteilen will.

Dass zum Islam der Glaube an eine Wiedergeburt gehört (S. 100) möchte ich auch eher bezweifeln.

Bei dem Lesen des unterirdischen Abenteuers kommt mir das etwas ähnliche am "Birs Nimrud" aus "Von Bagdad nach Stambul" in den Sinn, sogar eine Taschenuhr taucht auch hier auf.


Als ich bei meiner Ankunft in Siut von dem Reis Effendina nach dem Palaste geführt worden war, hatte ich im ersten Hofe desselben viele alte Männer sitzen sehen. Sie waren nur nothdürftig bekleidet und beschäftigten sich mit Stricken, Nähen und anderen sehr friedlichen Arbeiten. Jetzt sah ich, daß dies Soldaten des Pascha gewesen waren. Ihrer zwölf stiegen ein. Sie waren jetzt bis an die Zähne bewaffnet, aber ihre Waffen hatten ein Aussehen, welches mir nicht imponieren konnte, und die Leute selbst sahen eher wie herabgekommene Insassen eines Armenhauses als wie tapfere Söhne des Mars, denen das Wohl eines Paschas anvertraut ist.

Das ist schon ein Vorgriff auf die entsprechende Stelle in "Der Mir von Dschinnistan".

In diesem Kapitel gibt es für die eigentliche (?) Handlung, der Jagd nach den Sklavenjägern, ziemlicgh viel Stillstand. Sehen wir mal, wie es weitergehen wird.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.08.09 14:47.
Re: Der Mahdi
17. August 2009 15:39
Helmut schrieb:
-------------------------------------------------------
> "... daß derselbe unterwegs gestorben oder gar verunglückt sei."

ihr werdet ja den Kopf schütteln, aber ich hab gerade verstanden, was er damit meint: (einfach) "gestorben" (weil seine Zeit rum war) oder (in dem Fall eine Steigerung, daher "gar"winking smiley "verunglückt" (vor der Zeit, durch tragische Umstände wie Unfall, Überfall oder so) - so gesehen ist das doch ganz logisch

> ... in grassem Widerspruche ...

musste ich jetzt erst zweimal lesen winking smiley
Re: Der Mahdi
17. August 2009 18:44
Rehkitz schrieb:
> > ... in grassem Widerspruche ...
>
> musste ich jetzt erst zweimal lesen winking smiley


Bei mir hats nicht gereicht, das mehrmals zu lesen, ich musste tatsächlich erstmal jemanden fragen ...
Peinlich, peinlich ...
Re: Der Mahdi
17. August 2009 19:19
Quote

ihr werdet ja den Kopf schütteln, aber ich hab gerade verstanden, was er damit meint: (einfach) "gestorben" (weil seine Zeit rum war) oder (in dem Fall eine Steigerung, daher "gar"winking smiley "verunglückt" (vor der Zeit, durch tragische Umstände wie Unfall, Überfall oder so) - so gesehen ist das doch ganz logisch

Ich habe das erwähnt, weil dies (so denke ich) etwa die Hälfte aller "Bearbeiter" vermutlich ändern würden; obwohl die Formulierung durchaus, wie Du eben gezeigt hast, durchaus richtig sein kann.

Mit dem "grassem Widerspruche" bin ich vielleicht im Vorteil, weil wir Franken da wie die Sachsen ähnliche Probleme haben.

Obwohl es mit dem "G" und "K" es hier nicht ganz so einfach ist. So gibt es hier in Nürnberg die "Grelingstrass", aber auch die "Kaulbachstrass". Auf dem Strassenschildern steht allerdings bei beiden als erster Buchstabe "K"!

Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.08.09 19:20.
Re: Der Mahdi
17. August 2009 20:01
gestorben muß doch in keiner Weise negativ besetzt sein, verunglückt, ob mit oder ohne Todesfolge, enthält die negative Besetzung, das Unglück, schon im Ausdruck. Über die Stelle muß man nicht einmal stolpern oder über sie stutzen. Finde ich.
Re: Der Mahdi
18. August 2009 09:20
Helmut schrieb:
>
> Einige Bemerkungen zur Mondfinsternis (S. 74/75):
> meiner Kenntnis nach, kann eine totale
> Mondfinsternis (die im übrigen auch äußerst selten
> vorkommt) eigentlich nur "mitten in der Nacht"
> auftreten (wenn nämlich Sonne und Mond genau an
> den entgegengesetzten Seiten der Erde stehen) und
> nicht zu dem von May angegeben Zeitpunkt.

Die Beschreibung der Stellung von Sonne, Erde und Mond ist vollkommen richtig. Der Schatten der Erde, der auf den Mond fällt, ist aber unabhängig von der Beobachtungsposition, und damit sehen alle Menschen auf der Halbkugel der Erde, von der aus der Mond sichtbar ist (oder wäre) gleichzeitig das Ereignis, aber zu verschiedenen Uhrzeiten, irgendwann zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. In der Schilderung Karl Mays tritt erst die Dämmerung ein, dann wird zu Abend gegessen und anschließend kommt die Mondfinsternis (sozusagen als Dessert) am späten Abend oder in den frühen Nachtstunden. Ich sehe nicht, was daran nicht stimmen könnte.

Gruß rundum
Rajo
Re: Der Mahdi
18. August 2009 10:32
Das ist natürlich richtig; da habe ich mich wohl getäuscht.

Helmut
Re: Der Mahdi
18. August 2009 14:12
Rüdiger schrieb:
-------------------------------------------------------
> >>> Dieses Foto ist allerdings noch meilenweit
> entfernt von den späteren May'schen-Kostümfotos
>
> Er sieht aus wie eine Mischung aus Heinrich Keiter
> und Dirk Bogarde als Gustav von Aschenbach
>
> grinning smiley
>
> (vgl. Großer Bildatlas S. 215. Heinrich Keiter
> gibt's dort gleich um die Ecke, auf S. 216)
>

Welchen Bildatlas meinst Du?



>
> >>> Wenn Murad Nassyr Münchmeyer ist
>
> m.E. ohne Zweifel
>
> >>> dann ist dieser eine "Spiegelung"
> Fehsenfelds
>
> Fehsenfeld erscheint mir zu weich für Reis E.,
> außerdem ist er auch erst später aufgekreuzt ...
> Man mutmaßt ja u.a. auch Kürschner, habe ich mal
> gelesen. Würde passen, der hat ihn ja 1886
> eingeladen, für ihn zu schreiben. Worauf sich KM
> allmählich von der Kolportage löste.


Kürschner ist es vermutlich doch auch nicht, mit dem hatte May ja bis zu "Et in Terra Pax" keinerlei Streitigkeiten oder Differenzen; es wird dann wahrscheinlich eher Spemann gemeint sein, da gab es am Ende der "Kamerad-Zeit" wohl Streitereien.

Helmut
Re: Der Mahdi
18. August 2009 14:25
Helmut schrieb:
-------------------------------------------------------
> Welchen Bildatlas meinst Du?

[karlmay.agerth.de] ?
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