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Winnetou unter Werwölfen

geschrieben von JennyFlorstedt 
Winnetou unter Werwölfen
10. Oktober 2010 10:28
"Winnetou unter Werwölfen" ist der Titel einer rehct freien Adaption von "Winnetou I".

Die Werwölfe sind dabei wörtlich zu nehmen.
Der Ich-Erzähler schlägt sich hier nicht nur mit Mustangs, Bären und Indianern herum, sondern auch mit Werwölfen, Zombies und Vampiren.

Dabei schimmert das Original mehr als nur gelegentlich durch und gerade als Karl-May-Kenner (speziell natürlich von "Winnetou I"winking smiley ist es sehr launig, den bekannten Text mal unter einem ganz neuen Blickwinkel zu lesen.

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere mitliest.

Jenny
Re: Winnetou unter Werwölfen
10. Oktober 2010 10:31
Zum Einstieg

Quote
Stefan T. schrieb im anderen Thread:
Also ich finde den Beginn des Romans schon mal ganz viel versprechend:
"Immer fällt mir, wenn ich an den Werwolf denke, der Indianer ein. (...)"
Oder das 1. Kapitel:
"Lieber Leser, weißt du, was das Wort Lusche bedeutet.(...)
Ich finde den Bezug zum Orginal hierbei ganz nett, und es zeigt zumindest, dass der Autor Karl May mal gelesen hat.
Kann man ja in unserer Unterhaltung- um- jeden-Preis- Kultur nicht unbedingt voraussetzen...

Hier merkt man deutlich, wie eng Thannisch am Originaltext ist.
Ich gestehe ich hab bei dem Einstieg ziemlich fett grinsen müssen.
(Obwohl mir "Lusche" für "Greenhorn" nicht gefällt. Aber ich hatte weder Tipp-Ex noch einen Alternativvorschlag - und man gewöhnt sich dran....)
Re: Winnetou unter Werwölfen
10. Oktober 2010 12:59
Das ist jetzt nicht euer Ernst, oder.

Ich hab mal auf den Kalender geschaut, nein es ist nicht der 1. April.

Also doch Ernst...(blink)eye popping smiley(aaah)
Re: Winnetou unter Werwölfen
10. Oktober 2010 13:13
Vielen Dank für diesen wertvollen und bereichernden Beitrag. eye rolling smiley

Warum sollte man nicht auch eine freiere May-Adaption gemeinsam lesen?
Vorteil: der Text ist für alle Lesenden neu und hier wird es sicher sehr interessante unterschiedliche Meinungen geben.
Re: Winnetou unter Werwölfen
10. Oktober 2010 13:56
Hab ich doch nix dagegen wenn du und noch zwei dieses Buch gemeinsam lesen. Ihr macht dat schon.

winking smiley
Re: Winnetou unter Werwölfen
10. Oktober 2010 15:42
...
siehe Friedrich von Schiller "Der Ring des Polykrates" letzte Strophe
...

eye popping smiley


Helmut
Re: Winnetou unter Werwölfen
10. Oktober 2010 19:51
(Wer wird denn gleich mit Inkontinenz reagieren ... (Verzeihung)) grinning smiley

Was mich betrifft, ich habe einfach kein Interesse, das Zeug zu lesen ... was mich auch immer wundert und zugegebenermaßen auch ein bißchen ärgert, ist, wie leicht es Leute, die sich sowas ausdenken, offenbar haben, mit ihren m.E. recht banalen Ideen beim Publikum anzukommen ... habe ich seinerzeit schon beim Willemsen überhaupt nicht verstanden ... es ist weder eine Kunst alberne Verschen zu basteln, noch Zitate abzuändern, ich finde das weder schwer noch sonderlich komisch, reizvoll oder originell ... Immer fällt mir, wenn ich an (wie heißt der ?) denke, der Quatschkopf ein; lieber Leser, weißt du was die Worte Trittbrettfahrer und Dünnbrettbohrer bedeuten ...

Aber wenn es Euch innerhalb der Leserunde gelingt, mich davon zu überzeugen, daß das mal wieder vorlaut war, werde ich Laut geben ...

smoking smiley



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.10 21:38.
Re: Winnetou unter Werwölfen
11. Oktober 2010 17:37
Ich habe den Band am Freitag angefangen ... Habe ihn wirklich sehr vorsichtig in der Hand gehabt ... Aber aus irgendeinem Grund hat das Papier innerhalb von 2 Tagen auf den Kanten Cover - Rücken - Hinterdeckel schlapp gemacht.

Nun ja. Beim ersten durchblätternden und überfliegendem Lesen ist mir aufgefallen:
- Sam sagt mir zu oft genital. 3- 4 mal mag ja komisch sein, aber das ist mir zu oft. (Nicht, das ich etwas gegen Genialen habe ...)
- Die Idee, Text durchzustreichen und korrigiert anzufügen ist ok (allerdings muss man nicht jedesmal einen entsprechenden Kommentar dazu schreiben, dass der gestrichene vom Autor weggelassen wurde und der nicht durchgestrichene "in den Druck ging"
- Vorsprung: Die Stelle mit dem Brief (ziemlich am Schluss) ist die beste im gesamten Buch (so nah war Karl May noch niemand - noch nicht mal er selbst)
Manchmal meine ich, das Karl-May-Wiki im Buch gesehen zu haben ...

Aber zurück zum Anfang. Die "Lusche" mag ich auch nicht. Aber sonst ist es bis dahin ganz nett geschrieben. Und zwar so nett, dass ich es nicht sofort aus der Hand gelegt habe.
Re: Winnetou unter Werwölfen
12. Oktober 2010 17:53
Ich hatte als Vorbereitung "Stolz und Vorurteil und Zombies" gelesen und war da eher enttäuscht. Ein paar amazon-Rezensenten sagten, es läge an der Übersetzung. Das mag sein; aber ich hatte keine Lust, es englisch zu lesen.
Mir fehlte bei der Jane-Austen-Parodie irgendwie etwas. Vielleicht war es der Humor. Der war zumindest bei Austen selbst immer da und sich von ein paar Zombies den Spaß verderben zu lassen, geht ja nun gar nicht.

Bei Thannisch spüre ich Humor. Ert ist nicht notorisch albern (wenn auch sehr oft), hatte aber offenbar jede Menge Saß beim Schreiben - und ich hab den Spaß auch beim Lesen. Selbstverständlich hab ich auch erstmal gefremdelt, aber während bei "Stolz und Vorurteil und Zombies" m.E. die Zombies ziemlich sinnfrei herummetzelten und nur gaaaanz selten stimmig in der Handlung eingebettet waren, gelingt das Thannisch hervorragend.

Sein Ich-Erzähler, Karl Mayer mit a y, hat ansich kein Problem mit Werwölfen, Vampiren und Zombies. Die sind halt da. Genau wie Trunkenbolde, Mustangs oder rachsüchtige Mönche. Er schlägt sich also recht wacker, wenn er auch die May'schen Tugenden wie Nächstenliebe nicht wirklich praktiziert. Schön ist es, wenn Thannisch manche Dialoge einfach mal eben auf den Kopf stellt; so möchte beispielsweise Mayer unbedingt bei der Marterung Ratten-Jims dabei sein, während sich Schuschischi angewidert abwendet.

Die Randnotizen zwischen Autor udn Lektor bzw. die Eigenkorrekturen des Autoren finde ich ganz niedlich. Sicherlich müsste man es nicht IMMER dranschreiben, aber da es keine andere Möglichkeit gibt zu sagen, von wem die fingierte Korrektur stammt, geht es wohl nicht anders. Und bei manchen Eigenkorrekturen muss ich tatsächlich an den echten May denken. winking smiley

Jenny

Glücklicherweise wird Winnetous unerträglicher französischer Akzent ziemlich schnell in eine lesbare Variante abgemildert. Das hätte ich kein Buch lang durchgehalten.
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 15:18
Quote

Schön ist es, wenn Thannisch manche Dialoge einfach mal eben auf den Kopf stellt; so möchte beispielsweise Mayer unbedingt bei der Marterung Ratten-Jims dabei sein, während sich Schuschischi angewidert abwendet.

Thannisch mag bemerkt haben, daß bei Karl May eine mehr oder weniger unterschwellige sadistische Ader mitspielt bei dieser Angelegenheit. Aber warum das so plakativ herausstellen ? Eine Art "Humor", mit der ich persönlich überhaupt nichts anfangen kann ...

(Ging mir neulich in Sachen Plakativ herausstellen beim Hans Christoph Buch ("Wie Karl May Adolf Hitler traf"winking smiley entfernt vergleichbar ähnlich. Er hat May gelesen, er hat May offenbar auch einigermaßen verstanden, habe ich gedacht, aber was macht er damit, was soll das ...)

Quote

und sich von ein paar Zombies den Spaß verderben zu lassen, geht ja nun gar nicht.

(fühlt sich originell angesprochen)

grinning smiley

Das wollen die Zombies ja gar nicht. Die sind halt wie sie sind. Steht ja auch schon da oben: Die sind halt da.

winking smiley



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.10 15:41.
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 16:24
Hmmm... plakativ ist die Stelle eigentlich nicht, finde ich.... es ist wie bei May - nur mit vertauschten Rollen.

Quote

"Auch wenn der Mörder Klage-Peters den Tod verdient hat, Schuschischi will sich das grausame Spektakel nicht ansehen, und auch der Mayer Karl sollte dies nicht tun."
"Warum das denn nicht?", fragte ich verdutzt. "Ich hab schon bei vielen Hinrichtungen zugeschaut, aber war aber noch nie bei einer Indianermarterung dabei. Das wird bestimmt interessant."

Abgesehen von der grundsätzlich nicht vorhandenen (christlichen) Nächstenliebe und Vergebung, ist das eine völlig nachvollziehbare Einstellung eines schriftstellernden Reisenden bzw. reisenden Schriftstellers. smiling smiley

Richtige Poesie entwickelt der Autor übrigens unmittelbar, nachdem Mayer Karl mit Winentou Werwolfbrüderschaft geschlossen hat und selbst Werwolf wurde.
Da rast er blindlings los und genießt die neuentdeckte Wolfwelt. Irgendwann ist dann Winnetou an seiner Seite, sie reißen einen Bison und sie jagen gemeinsam durch die Nacht.

Quote

Als wir gesättigt waren, spurteten wir Seite an Seite einen Hügel hinauf, ließen uns dort nieder und heulten in die Nacht. Zuvor hatte uns der Sturm sein Lied gesungen, nun sangen wir dem Land und der Nacht unser Lied; das Lied des Wolfes.
Winnetou und ich waren eins, die Nacht gehörte uns, und das Land, das sich vor uns im flackernden Widerschein der Blitze erstreckte, war unser Jagdgrund, unser Revier, das uns niemand streitig machen durfte, unser Königreich, in dem wir die Herrscher waren, die ihre Untertanen ehrten und liebten.
Als sich dann die Sonne erhob und die vom Regen nasse Erde in ihren warmen Strahlen zu dampfen begann, verwandelte ich mich zurück und streckte mich im feuchten Gras aus. Winnetou tat es mir gleich, und o lagen wir nebeneinander.

Nicht May. Aber schön.
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 17:11
Quote

Ich hab schon bei vielen Hinrichtungen zugeschaut, aber war aber noch nie bei einer Indianermarterung dabei. Das wird bestimmt interessant.

"Intschu tschuna hat euch fortgeführt, weil ihr nicht dabei sein sollt" sagt Nscho Tschi bei Karl May, und Old Shatterhand antwortet "Ich will aber dabei sein!"

Später heißt es "Ich hatte eigentlich die Absicht, mich zu entfernen; aber ich hatte so Etwas noch nicht gesehen und beschloß also, so lange zu bleiben, bis es mir nicht mehr möglich sei, länger zuzusehen." Das steht ähnlich bei Thannisch, wenn auch in auf Allerweltsnullachtfünfzehnbewußtsein reduzierter Schlabbersprache (Verzeihung).

Quote

völlig nachvollziehbar

Das dürfte individuell verschieden sein, meine persönlichen Bedürfnisse sind eher anders gelagert ...

Quote

o lagen wir nebeneinander

Steht das da wirklich so, oder ist es, wie ich vermute, ein freudscher Tippfehler ...

grinning smiley



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.10 17:11.
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 17:53
Da fehlt nur bei mir ein "s".
(Die erotische Komponente liegt bei Thannisch anderswo... warum Schuschuschuna auf eine baldige Hochzeit zwischen Schuschischi und Mayer Karl drängt, hat ziemlich...ähm... eindeutige Gründe.)

Thannisch krebst ein bissel hin und her zwischen Umgangssprache und "authentischeren" May-Tönen. Aber da der Ich-Erzähler selbst eher schnoddrisch angelegt ist, passt das schon.
Und ich will keine verdammte May-Kopie. Jeder, der heute wie May schreibt und das völlig ernst meint, ist ein Heuchler. Das wird a) nicht funktionieren und sorgt b) sowieso für Unzufriedenheit.

Die Kunst ist es, May glaubhaft weiterzutransportieren. Und bis auf gelegentliche stilistischen Ausreißer gelingt das Thannisch gut. Er hält es durch und es wirkt geschlossen.

Abgesehen von den Werwölfen gibt es noch eine richtige Handlungsänderung: Satanescu wird deutlich eher in die Handlung eingeführt als Santer bei May. Mayer begegnet ihmr schon im Camp der Surveyor als Kumpel von Ratten-Jim.
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 18:18
Quote

Da fehlt nur bei mir ein "s".

Es sagt des öfteren jemand zu mir "Erzähl' mir mal was, was ich noch nicht weiß" ... (im Sinne etwa von 'war klar') winking smiley

Quote

ich will keine verdammte May-Kopie

Die Geschmäcker sind verschieden ... ich brauche weder Bearbeitungen, Filme, Freilichtspiele, Hörspiele, Comics, Events, Sequels, Parodien, Weitertransporte, Weißichwas ... ich will May. Sonst nichts ...

Quote

Jeder, der heute wie May schreibt und das völlig ernst meint, ist ein Heuchler.

Also zunächst einmal: tut das irgendjemand ? Ich kenne niemand.

Aber wenn es einer täte, müßte es keineswegs ein Heuchler sein ... warum denn dieses ... May ist [zwischenzeitlich] voll und ganz ernstzunehmen. (Zwischenzeitlich da er gelegentlich einfach nur Quatsch macht ...)

Quote

Das wird a) nicht funktionieren

Heinz Grill konnte es einigermaßen. Kandolf auch.

Quote

und sorgt b) sowieso für Unzufriedenheit.

Kommt drauf an bei wem. Bei mir sorgen Leute wie Thannisch für Unzufriedenheit ...

Quote

Die Kunst ist es, May glaubhaft weiterzutransportieren. Und bis auf gelegentliche stilistischen Ausreißer gelingt das Thannisch gut.

Ich will ja nicht unhöflich sein aber das halte ich für völligen Quark ... (wenn ich es netter formuliere kommt nicht mehr herüber was ich meine ...) Kommt bissel drauf an was unter "weitertransportieren" zu verstehen ist. Mit May hat's m.E. nichts zu tun, was der Mensch da treibt ...

Santer hat übrigens ganz und gar nichts Satanisches. Das ist ein kleiner mieser Gauner, weiter nichts. May hat sich nicht einmal die Mühe gegeben, ihn näher zu beschreiben ...



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.10 18:38.
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 19:17
Kandolf hatte das nicht drauf. Bei ihm wurde zur unfreiwilligen Parodie, was Thannisch sehr bewusst macht. teilweise etwas brachial, aber - meine Güte - das ist ein Werwolfroman.
Aber wie du sagtest: Geschmäcker sind verschieden.
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 20:47
Ich bin halt in einigen Dingen ein erzkonservativer Piesepampel ... ich brauch' nichts Neues ... auf der Kirmes z.B. stelle ich immer erfreut fest, daß einige Dinge immer noch so sind wie sie schon vor fünfzig Jahren waren, Autoscooter, Zuckerwatte, Losbuden, Schiffsschaukel, Riesenrad, Wundertüten, Haut den Lucas, Nappo ... Die ganzen zusätzlichen neuen Sachen bräucht' ich nicht ...

winking smiley
Re: Winnetou unter Werwölfen
13. Oktober 2010 23:08
Kettenkarussell hast du noch vergessen und Raupe und ab und zu mal die Motorräder die die Wände hoch fahren, Preisboxen gibt es sicher seit 50 Jahren nicht mehr.

grinning smiley

*

Übrigens stimmt es nicht, daß Karl May immer und ausschließlich über christliche Nächstenliebe geschrieben hat, nein, er hatte auch eine dunkle Seite und er konnte genüßlich übertrieben gewalttätige Dinge beschreiben (ein Vorläufer Alfred Hitchcocks). Das machte er nicht oft, aber damit ist ein Schreiber von Werwolfromanen ein Waisenknabe dagegen, vor allem sind solche Romane viel zu plakativ was Gewalt angeht. Bei May ensteht die Brutalität beim genauen lesen im Kopf des Lesers (genau wie bei Hitchcock die Gewalt im Kopf des aufmerksamen Zuschauers entsteht, deswegen brauchte er wenig Filmblut, im Gegenteil zu heutigen Filmemachern). Also ich werde mir diesen Schund nicht anschaffen, sondern bleibe bei May, hart, aber herzlich.

winking smiley
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 08:55
Quote

Kettenkarussell hast du noch vergessen

Da gibt's ja mittlerweile welche die sind gefühlt (vom Angucken ...) zehn mal so hoch wie früher, völlig abartig ... da würde ich auch für 1000 ¤ nicht reingehen ...

*

Quote

Übrigens stimmt es nicht, daß Karl May immer und ausschließlich über christliche Nächstenliebe geschrieben hat, nein, er hatte auch eine dunkle Seite

Angemessene Härte allein wäre nicht gleich "dunkle Seite", aber die hatte er, davon abgesehen, durchaus auch, das stimmt schon. Also beides, angemessene Härte und darüberhinaus auch eine "dunkle Seite".

Quote

und er konnte genüßlich übertrieben gewalttätige Dinge beschreiben

Er hat m.E. unübersehbar eine sadistische Ader, was manchmal durchaus unangenehm herüberkommt.

Quote

aber damit ist ein Schreiber von Werwolfromanen ein Waisenknabe dagegen, vor allem sind solche Romane viel zu plakativ was Gewalt angeht.

Ich sag ja, wenn (z.B.) Carl Raddatz und Hannelore Schroth sich am Tisch gegenüber sitzen und in die Augen gucken, ist das viel spannender als wenn sie gleich rummachen würden ... Das Innere wird heutzutage gern durch Äußerlichkeiten ersetzt, weil die Leut' mit dem Inneren halt nicht mehr zurechtkommen ... das haben sie nicht mehr drauf, damit umzugehen und das herüberzubringen, die Darsteller nicht und die Regisseure auch nicht ... (meerschtenteels) Und die Autoren halt auch nicht. Ist die Zeit. Laut & leer.

Quote

Bei May ensteht die Brutalität beim genauen lesen im Kopf des Lesers (genau wie bei Hitchcock die Gewalt im Kopf des aufmerksamen Zuschauers entsteht, deswegen brauchte er wenig Filmblut, im Gegenteil zu heutigen Filmemachern).

Neulich sagte jemand aus meinem Bekanntenkreis, [Hitchcocks] "Psycho" sei ja "Kintopp" und halte einen Vergleich mit moderneren Filmen nicht aus ... m.E. völliger Quatsch. Moderne Filme mit ihrer Perfektion in den Äußerlichkeiten kommen nicht ansatzweise an die Kunst der alten Meister heran ...

Quote

Also ich werde mir diesen Schund nicht anschaffen, sondern bleibe bei May, hart, aber herzlich.
Also ich schwanke ja mittlerweile ob ich mir das Zeug nicht doch besorgen soll, kost' ja nicht viel ... Aber nicht weil ich wirklich das Bedürfnis hätte es zu lesen sondern nur um hier besser lästern zu können ... grinning smiley
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 09:21
Naja.. "Stolz und Vorurteil und Zombies" ist - zumindest in der deutschen Fassung einfach nur Schrott. An "Winnetou unter Werwölfen" hab ich grundsätzlich Spaß.

Anfangs gingen mir die platteren der Witzchen tierisch auf den Keks; aber entweder findet Thannisch dann den richtigen Weg, oder ich hab mich dran gewöhnt.
Ich tendiere dazu, nach dem Ende den Anfang nochmal zu lesen, um zu schauen, ob es an mir oder am Autor lag. winking smiley

Und man sollte aus dem reichhaltigen Erfahrungs- oder Vorurteilsschatz zum Thema Werwolfroman nicht unebdingt auf diesen schließen. Ich denke nicht, dass das hier ein typischer Vertreter des Genres ist.
Während bei "Stolz und Vorurteil und Zombies" tatsächlich platt-eklig irgendwelches Gehirn herumfliegt und Zombies gemetzelt werden, ohne dass das dadurch auch nur ansatzweise sowas wie Schauder oder gar Spannung (oder gar Kopfkino) erzeugt wird, sind bei Thannisch diese ...ähm... Actionszenen eben sinnvoll in der Handlung drin. Und ob Shatterhand Blitzmesser nun das Bowiemesser in den leib rammt oder Mayer Karl den armen Werwolfkiowa mit Fästen und Silbersporen malträtiert, macht an sich keinen Unterschied.
Exzessiver Blutrausch wird hier jedenfalls nicht ausgelebt.
Ein Werwolfbuch für Mädchen also. smiling smiley

Jenny

PS: Mir gefällt es übrigens immer besser, je mehr ich mich gezwungen fühle, es gegen eure Vorurteile zu verteidigen. Wenn ihr es genauso unreflektiert und bar jeder selbstgewonnenen Kenntnis loben würdet, würde ich die vorhandenen Schwachstellen vermutlich viel deutlicher herausstellen. winking smiley
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 09:47
Also unreflektiert schon mal gar nicht ... (hehe)

Und was heißt bar jeder selbstgewonnenen Kenntnis ... ob ich gewisse Dinge nun selber lese oder sie mir jemand mitteilt, das bleibt sich gleich ... der aufgrund erhaltener Informationen entstandene Eindruck ist halt einigermaßen verheerend ...

smoking smiley
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