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Winnetou unter Werwölfen

geschrieben von JennyFlorstedt 
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 09:52
JennyFlorstedt schrieb:
-------------------------------------------------------
> Exzessiver Blutrausch wird hier jedenfalls nicht
> ausgelebt.
> Ein Werwolfbuch für Mädchen also. smiling smiley

Eben. Und deshalb lassen wir das lieber. Wenn schon Werwolf, Zombies, Blutrausch, dann bitte richtig mit allen Konsequenten und nicht weichgespült wie dieses und dabei obendrein noch Karl May lächerlich machen ("spuckt aus"winking smiley.
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 09:57
Rüdiger schrieb:
-------------------------------------------------------
> Neulich sagte jemand aus meinem Bekanntenkreis,
> "Psycho" sei ja "Kintopp" und halte einen
> Vergleich mit moderneren Filmen nicht aus ... m.E.
> völliger Quatsch. Moderne Filme mit ihrer
> Perfektion in den Äußerlichkeiten kommen nicht
> ansatzweise an die Kunst der alten Meister heran
> ...

Da kann ich ja nur lachen. Wenn ich mir die neusten Bond-Filme ansehe, ja das ist "Kintopp" (übertriebene unrealistische Actionszenen z.B.).
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 10:51
Innen & Außen ...

Man braucht z.B. nicht die Leut' sich in Werwölfe verwandeln zu lassen um Grenzerfahrungen zu vermitteln ... Karl May kriegt das auch ohne Werwolfmutation hin ...

Quote

Setzt einen Toten in diesen Sattel, und er muß wieder lebendig werden, unbedingt! Denn jetzt war es, als ob Alles, Alles verschwinden müsse, was lebenswidrig, was körperlich hindernd war. War Syrr jetzt Geist geworden, nur Geist, vollständig ohne Fleisch und Bein? Er lief nicht mehr; er galoppierte und rannte nicht mehr, und -- er flog nicht mehr! Nein! Sondern wir standen still. Aber die Ebene, die ganze Erde um uns war in rasender Bewegung. Sie schoß auf uns zu und rechts und links und unter Syrrs lang ausgestrecktem Leib hinweg nach hinten. Es war, um schwindelig zu werden! So laufen arabische Pferde allerersten Ranges, wenn der Reiter das sogenannte "Geheimnis" in Anwendung bringt --- auf Leben und Tod! Aber weder der berühmte Rih noch sein gleichwertiger Sohn Ben Rih hatten trotz ihrer bewundernswerten Leistungen diesen köstlichen Syrr erreicht, der den Raum, die Zeit und die Materie bloß nur in Gedanken verwandelte [...]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.10 10:52.
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 15:57
Also mein Problem bei solchen Büchern ist, dass ich eigentlich beide Genres liebe, jawoll liebe.
May sowieso, und Horrorgeschichten liebe ich fast ebenso, aber natürlich auch hier die richtigen, weil die eine herrliche (satirische) Persiflage auf Medizin und sonstige Naturwissenschaften darstellen. Das beste Beispiel dafür, ist immer noch Bram Stokers "Dracula". Da wird der Vampirismus, und dessen Abwehr, dermaßen herrlich (pseudo-)wissenschaftlich bis ins kleinste Detail hinein beschreiben, dass es (mir) eine Freude ist, dies zu lesen. Ähnlich ist es mit "Frankenstein" und "Jekill und Hyde". Schon der Film "Tanz der Vampire" war mir persönlich eher ein Gräuel, weil es da dermaßen viele Widersprüche zur Theorie des Vampirismus gibt.
Und eine Vermischung dieser beiden Genres kann eigentlich nur absoluten Quark ergeben, da bin ich vollkommen sicher, so konservativ wie ich hierbei bin.

Helmut
PS: aber so Monsterfilme, wie sie Frank Zappa in seinem (Vor-)text zu seinem Song "Cheepness" auf "Roxy and elsewhere" beschreibt, mag ich natürlich auch.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.10 15:58.
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 16:30
Dr. Jekyll und Mr. Hyde, das mich seinerzeit sehr beeindruckt hat (da gab es eine Verfilmung, ich weiß nicht welche es war und auch nicht wie der Darsteller hieß, aber wie der gesagt hat "Hyde wird Sie nie mehr belästigen", das habe ich noch nach Jahrzehnten im Ohr & vorm geistigen Auge ... so überzeugend liebevoll & weich ... da wußte er halt noch nicht daß es halt gar nicht so geht wie er sich das vorstellt, wie man so schön sagt beim besten Willen nicht ...), halte ich nebenbei bemerkt eher für einen [sehr lesenswerten] Text über das Wesen des Menschen als für eine Gruselgeschichte ... Leute wie Stevenson, May u.a. benutzen halt solche 'Gewänder', um das mitzuteilen, was sie zu sagen haben ...

Gegen Genrevermischung spricht m.E. nichts, Karl May hat ja auch manchmal wild durcheinandergerührt ... ich halte eh nichts von "Genres", diesen Hilfs-Schubladen für Ordnungsbedürfnis verspürende ... ("Im großen literarischen Krämerladen muß doch Ordnung herrschen, damit, wenn der Bauer Tabak oder der Backfisch Bonbons verlangt, die Kritik in ihrer 'Bücherschau' nur nach den betreffenden Kästen zu zeigen braucht."; Karl May)

Daß es Werwolfgeschichten [als Begriff, Gattung, Genre] gibt, wußte ich bislang gar nicht ... dieser ganze Bereich [Harry Potter - ] Vampire - Werwölfe - Monster usw. usf. geht völlig an mir vorbei ...

Zur Werwölfigkeit des Menschen noch diese Stellen bei May:

Quote

Als ich das Wild in solchen Scharen fallen sah, geriet ich in einen Zustand, als ob ich eine mehr als tüchtige Portion Grog getrunken hätte. Es trieb mich förmlich zu einer feisten Robbe hin, welche eben das Wasser gewinnen wollte. Ich holte aus - ein Hieb auf die Nase, sie war tot; der Geist der Eisgründe hielt mich fest, und ich gehorchte ihm, bis der Ertrag dieser ersten Jagd ein solcher war, daß Einhalt geboten werden mußte. (Eine Seehundsjagd)

Quote

Während dieser Worte hatte er sich Hut und Perücke wieder aufgestülpt und dem zweiten Indianer die Kopfhaut genommen. Der alte Mann war von mir unterschätzt worden. Er war trotz seiner unansehnlichen Gestalt eine jener eisernen, im Kampfe mit den Elementen und in tausenderlei Gefahren gestählten Naturen, wie sie der Westen so zahlreich bietet. Und als er unter derb scherzenden Worten aber mit von Haß und Grimm verzerrten Zügen und wuthblitzenden Augen sich über die Leiche beugte und raschzuckenden Schnittes mit dem Messer um Stirn und Schläfe derselben fuhr, machte er auf mich den Eindruck der wildesten Unversöhnlichkeit.
Ich wandte mich ab, von jenem vor mir selbst grauenden und der Reue ähnlichen Gefühle erfüllt, welches in den Herzen aller Derer wohnen sollte, welche die stolzen Nationen der amerikanischen Savannen heimathslos und vogelfrei erklärt (Old Firehand; die Rede ist übrigens von der vermeintlichen Witz- und Kinderunterhaltungsfigur Sam Hawkens)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.10.10 16:33.
Re: Winnetou unter Werwölfen
14. Oktober 2010 17:38
siehe auch

[www.welt.de]

(Link zu einem Artikel der 'Welt')
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 08:24
Wird eine Leserunde nicht gänzlich ad absurdum geführt, wenn sie von zwei Leuten bestimmt wird, die das Buch gar nicht lesen, erklärtermaßen nicht mal lesen wollen? (Und auf die Frage "Wieso tun die das?" bieten sich mir keine freundlichen Antworten an). Es ist sicherlich wenig lustig, als einzige Leserin die Öffentlichkeit zu bespielen, aber, was hier abgeht, stellt Sinn und Zweck diesen Forums komplett auf den Kopf.
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 09:09
Und solche Oberlehrerhaften Beiträge helfen natürlich ungemein.

(hupf)
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 09:21
(Er nun wieder ...) ('mein lieber Freund und ...')

Horizont, Tellerrand
Ordnung herrscht im Forenland
Sinn und Zweck
Geh' mir weg
spiel' er halt den Ritter
aber nicht so bitter ..

(die andern dreiundzwanzig Strophen ein andermal)

Ob freundlich oder nicht das bleibt sich gleich, was wird es schon sein, man lasse doch ggf. die Leut' sich aufspielen, wichtig machen, Geltungs- / Mitteilungsbedürfnis austoben und was dergleichen Einschätzungen mehr sein mögen, kommt ja immerhin inhaltlich was bei 'rum, wenn es auch nicht jedem gefallen wird und auch nicht muß ...

(aber wir gehen auch ins Cafe Knatter (das gibt es übrigens auf Usedom tatsächlich, fällt mir ein grinning smiley) wenn die Schrebergartenordnung das erforderlich machen sollte)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.10.10 10:24.
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 10:30
Rüdiger schrieb:
-------------------------------------------------------
> ... Leute
> wie Stevenson, May u.a. benutzen halt solche
> 'Gewänder', um das mitzuteilen, was sie zu sagen
> haben ...

Genau wie in der Musik, wo die Melodie nur das Gewand ist für das, was der Künstler eigentlich sagen will (und in dem Fall schauen ja auch viele nur auf das Gewand, das Äußere).
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 11:15
Quote

in dem Fall schauen ja auch viele nur auf das Gewand, das Äußere

Das liegt zum einen daran daß sie eh nicht in der Lage wären das andere zu sehen aber auch daran daß das auch ein wenig so gesteuert wird ...Schule, 'Bildung' ... wie schrieb Hesse, 'Ein Schulmeister hat lieber einige Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner.' (Das Zitat gefiel dem Damaschke seinerzeit nicht, ich weiß nicht genau ob darum weil er Hesses resignativen Pessimismus nicht teilen mag oder weil er es vielleicht falsch verstanden hat, Hesse meint es ja natürlich gallig-ironisch (insofern daß es zwar im Sinne der Herrschenden oder Systemverantwortlichen die 'Aufgabe' des Lehrers ist, aber keineswegs so, daß er, Hesse, das etwa richtig fände).)

Frank Wedekind ließ seinen 'Kammersänger' sehr hübsch sagen "wie wäre denn dann zum Beispiel eine Oper wie die »Walküre« möglich, die sich um Dinge dreht, deren Bloßstellung dem Publikum in tiefster Seele zuwider ist. Singe ich aber den Siegmund, dann führen die besorgtesten Mütter ihre dreizehn- und vierzehnjährigen Töchterchen hinein. Und ich auf der Bühne habe auch die absolute Gewißheit, daß nicht ein Mensch im Zuschauerraum mehr auf das achtet, was bei uns oben gespielt wird. Wenn die Menschen darauf achteten, würden sie hinauslaufen. Das haben sie getan, solange die Oper neu war. Jetzt haben sie sich daran gewöhnt, es zu ignorieren. Sie bemerken es so wenig, wie sie die Luft bemerken, die sie von der Bühne trennt. Das, sehen Sie, ist die Bedeutung dessen, was Sie Kunst nennen! Dem haben Sie fünfzig Jahre Ihres Lebens geopfert!"

Zurück zu Herrn Thannisch.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.10.10 12:01.
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 11:31
Ich habe das Zitat Hesses, obwohl ich es zuvor nie gehört oder gelesen habe, sofort als ironisch verstanden (aber es gibt halt Zeitgenossen, die verstehen manches so, wie sie es verstehen wollen) und dabei bin ich ungebildet. Manche Sachen sind dem Ungebildeten leichter zu verstehen, als dem klügsten Professor, weil jener oft zu kompliziert an die Sache heran geht (denk ich mal).
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 16:10
Hermesmeier schrieb:
-------------------------------------------------------
> Wird eine Leserunde nicht gänzlich ad absurdum
> geführt, wenn sie von zwei Leuten bestimmt wird,
> die das Buch gar nicht lesen, erklärtermaßen nicht
> mal lesen wollen? (Und auf die Frage "Wieso tun
> die das?" bieten sich mir keine freundlichen
> Antworten an). Es ist sicherlich wenig lustig, als
> einzige Leserin die Öffentlichkeit zu bespielen,
> aber, was hier abgeht, stellt Sinn und Zweck
> diesen Forums komplett auf den Kopf.

Wieso, wieso werde mich den Verdacht nicht los, dass diese Kritik eigentlich nur personenbezogen ist. Denn das hier kritisierte kam ja früher, als hier öfters auch mal interessante und lesenswerte Beiträge standen, so gut wie ständig vor, was man z.B. durch Blättern und Lesen hier in dieser Rubrik "Leserunden" leicht feststellen kann.

Helmut
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 16:33
Ach und Rüdiger, was ich eigentlich meinte, war
Quote

Ich kenne nur Karl May und Bram Stoker, alles andere dazwischen ist nur eine unreine Mischung.

(Du mit deinem ständigem Schubladenvorwurf immer winking smiley )

Helmut
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 16:36
Nein, Du ziehst Dir immer die Schuhe an, auch wenn Du gar nicht gemeint bist ... Du gibst ein Stichwort, und bei dessen Aufgreifen landet man dann im weiteren Verlauf irgendwo anders ...
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 16:49
Helmut schrieb:

> Wieso, wieso [...]

Gewisse Sachen kann er halt nicht ab. Vor allem so weltanschauliche Rundumschau & gulaschpsychologisierende Mäandereien ... grinning smiley Davor haben [insbesondere oft] Männer Angst bzw. entwickeln Abwehrmechanismen, damit kommen sie nicht so zurecht ...

Dazu kommt, wie bereits dezent eingeflochten, das Bedürfnis nach Ritterspiel ... und nach Belehren & großen Bruder spielen.

Und jetzt verwandelt er sich in einen Werwolf (die sind ja eigentlich ganz nett, nur wenn sie gerade ihre Verwandlungsphase haben, wird's anstrengend ...). Womit wir aber immerhin wieder beim Thema wären.

grinning smiley
Re: Winnetou unter Werwölfen
15. Oktober 2010 17:54
Ich für meinen Teil finde es extrem unbefriedigend, konkrete Leseerfahrungen fast ausschließlich mit Leuten zu diskutieren, die diese nicht haben (können), aber trotzdem permanent eine Meinung dazu vertreten.

Ich werde mich also verabschieden und mich zum Meinungsaustausch wieder auf Mails beschränken.

Schade um das Forum.
Re: Winnetou unter Werwölfen
16. Oktober 2010 11:55
Ich hätte gern nur immer fortgewacht,
Um so gelehrt mit Euch mich zu besprechen.
Doch [...] am ersten Ostertage,
Erlaubt mir ein' und andre Frage.
Mit Eifer hab ich mich der Studien [dieser Leserunde] beflissen;
Zwar weiß ich [daher schon] viel [so daß es zum Mitreden m.E. reicht], doch möcht ich alles wissen.

(frueh)
Re: Winnetou unter Werwölfen
29. Oktober 2010 19:18
Rüdiger schrieb:
-------------------------------------------------------
>(...)
> Daß es Werwolfgeschichten gibt, wußte ich bislang
> gar nicht ... dieser ganze Bereich Vampire -
> Werwölfe - Monster usw. usf. geht völlig an mir
> vorbei ...

Nun, es gibt da in der Tat so einiges:
[tinyurl.com]
[tinyurl.com]
[tinyurl.com]
[tinyurl.com]

Einer der besseren "Werwolf-Romane" ist meiner Ansicht nach:
[tinyurl.com]
Der Roman behandelt die zunehmende Verfolgung der Werwölfe in Europa, und deren Ausreise nach Amerika um 1876 herum.
Mir hat's gefallen.
Re: Winnetou unter Werwölfen
29. Oktober 2010 19:27
Da ist mir das: [www.amazon.de]
oder das: [www.amazon.de]
lieber.
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