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Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch

geschrieben von mugwort 
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
05. Juli 2016 09:28
Rüdiger schrieb:
-------------------------------------------------------
> > der beiden Quitzows letzte Reisen
>
>
> Fahrten. Zunächst halt eine Fahrten-, keine
> Reiseerzählung.
>
> smiling smiley

Ich habe den Lapsus korrigiert (obwohl ja in jener Zeit (in der die Quitzows spielen) "Fahrten" und "Reisen" i.w. das gleiche bedeuteten).


Helmut
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
05. Juli 2016 09:34
mugwort schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Helmut schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > PS. Die "folgende" Erzählung "Auf der See
> > gefangen" ist in dem für dieses Quartal
> > verbilligten KMG-Reprint "Frohe Stunden"
> > enthalten; siehe z.B.
> > [www.karl-may-franken.de]
>
> Danke für den Hinweis - da ich aber immer noch mit
> der guten alten Fraktur "fremdel", werde ich wohl
> tatsächlich nach KMV lesen...

Dieser Reprint lohnt sich auch wegen der anderen dort enthaltenen Erzählungen.

Helmut
Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
06. Juli 2016 08:27
Moin zusammen,

hat hier jemand eine Ahnung, wo man Gerstäckers "In der Prairie" und "Im Petroleum" online bekommen kann? Beide Textes sind in den gesammelten Werken wohl in Band 20, "Kleine Erzählungen und nachgelassene Schriften, Band 1" untergebracht worden. Just dieser Band ist nicht im Gutenberg-Projekt online gestellt... :-(

Hintergrund: In der Literatur werden diese beiden Texte (neben anderen) als Inspirationsmaterial für "Old Firehand" angegeben, gerne hätte ich mal meine Nase in beide Texte gesteckt...

Viele Grüße
mugwort
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
06. Juli 2016 09:17
Versuchen Sie es mal hier. Dort kann man den gesamten Band im .djvu-Format herunterladen.

Falls die benötigte Software zum Betrachten fehlen sollte, dann gibt es hier hilfreiche Hinweise, allerdings nur für Windows-Systeme.
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
06. Juli 2016 20:28
Merci vielmals - habe Buch und Reader gefunden und kann nun Schmökern gehen...

Viele Grüße
mugwort
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
06. Juli 2016 21:41
old firehand :
wahrscheinlich die blutigste erzählung von may (abgesehen von dieser fort-erstürmung im "waldröschen"winking smiley... zeigt dass may durchaus auch lovestories drauf hatte, die in den kolportageromanen finde ich auch ganz gelungen...

etwas komisch finde ich den folgenden vergleich zu old firehand: "Er ist stark wie der Bär zur Zeit des Schneefalles" ... halten bären nicht zu dieser zeit winterschlaf ?

meine lieblingspassage war übrigens immer, wenn der erzähler und sam hawkens die biberfallen kontrollieren und dann plötzlich die idylle umschlägt...
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
07. Juli 2016 08:29
Das ist einer der Vorzüge der vortrefflichen Erzählung, daß gezeigt wird, daß BEIDES in der Schöpfung, in der Welt ist, Idylle UND Horror, und manchmal gar nicht so weit voneinander entfernt ...
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
07. Juli 2016 17:14
JamesDean schrieb:
-------------------------------------------------------
> etwas komisch finde ich den folgenden vergleich zu
> old firehand: "Er ist stark wie der Bär zur Zeit
> des Schneefalles" ... halten bären nicht zu dieser
> zeit winterschlaf ?

Assoziativ hätte ich bei dieser Formulierung des vollgefressenen Bären VOR Beginn des Winterschlafes, beim ERSTEN Schneefall sozusagen, vor Augen....
>
> meine lieblingspassage war übrigens immer, wenn
> der erzähler und sam hawkens die biberfallen
> kontrollieren und dann plötzlich die idylle
> umschlägt...

Habe ich vorhin nochmal nachgelesen. Die Stelle hat etwas, das stimmt. Schön, dass Du uns darauf aufmerksam gemacht hat - ich habe hier mehrmals recht schnell "drübergelesen". Dabei ist ein richtiger "May-Satz" drin:

"Freilich war es nicht Zeit, sich humoristischen Betrachtungen hinzugeben, denn diese unerwartete Störung konnte blos durch das Nahen eines feindlichen Wesens hervorgerufen worden sein, und der größte Feind dieser friedlichen und so sehr gesuchten Thiere ist - der Mensch."

(in der HKA S. 106, Z. 30 ff)

Für SO ETWAS liebe ich May. Vor allem für den kleinen Schlenker am Schluss (die "so sehr gesuchten..." ). Und für den Bindestrich vor "der Mensch"...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.16 11:34.
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
07. Juli 2016 17:18
Rüdiger schrieb:
-------------------------------------------------------
> Das ist einer der Vorzüge der vortrefflichen
> Erzählung, daß gezeigt wird, daß BEIDES in der
> Schöpfung, in der Welt ist, Idylle UND Horror, und
> manchmal gar nicht so weit voneinander entfernt
> ...


Mich irritierte beim Lesen nicht so sehr die Grausamkeit an sich, sondern dieser Schlag auf Schlag aufeinanderfolgende Automatismus: Indianer gesehen. Indianer getötet. Indianer skalpiert. Indianer gesehen. Indianer getötet. Indianer skalpiert. Indianer gesehen....

Das hat so etwas, na sagen wir mal - phantasieloses. Als wüsste May (noch) nicht, was er mit dem indianischen Personal seiner Erzählung sonst noch anfangen könnte (Stichwort "fremdeln" und "eingrooven" ).



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.16 11:35.
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
07. Juli 2016 18:28
mugwort schrieb:

>
> Mich irritierte beim Lesen nicht so sehr die
> Grausamkeit an sich, sondern dieser Schlag auf
> Schlag aufeinanderfolgende Automatismus: Indianer
> gesehen. Indianer getötet. Indianer skalpiert.
> Indianer gesehen. Indianer getötet. Indianer
> skalpiert. Indianer gesehen....
>
> Das hat so etwas, na sagen wir mal -
> phantasieloses. Als wüsste May (noch) nicht, was
> er mit dem indianischen Personal seiner Erzählung
> sonst noch anfangen könnte (Stichwort "fremdeln"
> und "eingrooven"winking smiley.

das ist aber grundsätzlich realistischer als das spätere dauernde gefangennehmen und wieder laufenlassen bzw. entkommen... ich meine, man kann ja auch drüber streiten, ob "the revenant" z.b. realistisch war, aber dass so indianerüberfälle relativ blutig waren, kann man annehmen
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
07. Juli 2016 18:49
noch ein paar anmerkungen zur allgemeinen einordnung:
von den frühen sachen (vor dem scout) finde ich dass die beste erzählung... noch deutlich von der brutalität z.b. vom lederstrumpf beeinflusst aber doch schon mit einer eigenen note, auch der humor ist dank sam hawkens ziemlich gelungen.. die werke die nachher kamen waren ja teilweise wieder schwächer...
am schwächsten finde ich den eisenbahnüberfall, den hat er auch in "deadly dust" und "auf der see gefangen" nicht so wirklich gut hingekriegt... die besten eisenbahnszenen finden sich ja meiner meinung nach in "die liebe des ulanen"... das das dann vom karl-may-verlag in winnetou II wegretouchiert wurde, finde ich ganz verständlich und auch gelungen...
erstmals wird hier an zwei stellen der henrystutzen erwähnt, der bärentöter kommt erst später dazu



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.07.16 18:50.
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
07. Juli 2016 19:40
JamesDean schrieb:
-------------------------------------------------------
>... auch der humor ist dank sam hawkens ziemlich gelungen...


Nicht nur Dank Sam Hawkens! Der feine Humor beginnt schon in der Ouvertüre (ICH trifft erstmals ELLEN). Das ist etwas, das ich bei kindlicher/jugendlicher Lektüre gar nicht so wahrgenommen habe: May kann nicht nur offensichtlich witzige oder alberne Szenen (das sowieso), sondern auch so nette, kleine versteckte Schnörksel am Rande. Sozusagen von hinten rückwärts durchs Knie in den Lachmuskel geschossen (siehe in meinem obigen Beitrag die Stelle mit den Bibern).
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
08. Juli 2016 11:13
JamesDean schrieb:

>
> das ist aber grundsätzlich realistischer als das
> spätere dauernde gefangennehmen und wieder
> laufenlassen bzw. entkommen... ich meine, man kann
> ja auch drüber streiten, ob "the revenant" z.b.
> realistisch war, aber dass so indianerüberfälle
> relativ blutig waren, kann man annehmen

Dieses hängt meiner Meinung stark mit seiner eigenen Biografie zusammen; ihm (Karl May) ist es ja auch erst nach der dritten Entlassung aus dem Gefängnis/Zuchthaus gelungen sich selbst zu "resozialisieren"; und diese Chance will er den Bösewichtern seiner Romane eben auch geben.

Helmut
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
08. Juli 2016 11:28
Es muss auch mal die ganz grunsätzliche Frage erlaubt sein, ob "realistische Darstellung" so unbedingt etwas mit Literatur zur tun hat. Die Realität ist mitunter sterbenslangweilig.
Die Frage ist sicher je nach Literaturgattung differenziert zu beantworten. Wir dürfen aber doch wohl sicher sein, dass Karl May keine Dokumentationen schrieb.
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
10. Juli 2016 19:46
Hermesmeier schrieb:
-------------------------------------------------------
> Es muss auch mal die ganz grunsätzliche Frage
> erlaubt sein, ob "realistische Darstellung" so
> unbedingt etwas mit Literatur zur tun hat. Die
> Realität ist mitunter sterbenslangweilig.
> Die Frage ist sicher je nach Literaturgattung
> differenziert zu beantworten. Wir dürfen aber doch
> wohl sicher sein, dass Karl May keine
> Dokumentationen schrieb.

das ist natürlich richtig... allerdings gibt es ja auch passagen bei may, die dann in pure fantasy abgleiten (zb. diese zauberkunststücke in deutsche herzen, deutsche helden), und die ersten werke wurden ja noch als "aus der mappe eines vielgereisten" veröffentlicht, also doch auch mit einem gewissen wahrheitsanspruch..
gibt es eigentlich vorbilder, wer damals schon in der ich-form schrieb ? es gab ja wohl reisetagebücher (goethe, dickens) aber sonst kenne ich die ich-form eigentlich nur aus der romantik
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
10. Juli 2016 19:47
Hermesmeier schrieb:
-------------------------------------------------------
> Es muss auch mal die ganz grunsätzliche Frage
> erlaubt sein, ob "realistische Darstellung" so
> unbedingt etwas mit Literatur zur tun hat. Die
> Realität ist mitunter sterbenslangweilig.
> Die Frage ist sicher je nach Literaturgattung
> differenziert zu beantworten. Wir dürfen aber doch
> wohl sicher sein, dass Karl May keine
> Dokumentationen schrieb.

das ist natürlich richtig... allerdings gibt es ja auch passagen bei may, die dann in pure fantasy abgleiten (zb. diese zauberkunststücke in deutsche herzen, deutsche helden), und die ersten werke wurden ja noch als "aus der mappe eines vielgereisten" veröffentlicht, also doch auch mit einem gewissen wahrheitsanspruch..
gibt es eigentlich vorbilder, wer damals schon in der ich-form schrieb ? es gab ja wohl reisetagebücher (goethe, dickens) aber sonst kenne ich die ich-form eigentlich nur aus den dunkleren werken der romantik (elixiere des teufels oder einige sachen von edgar allan poe)... haben möllhausen oder sealsfield was in der ich-form verfasst ?
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
11. Juli 2016 09:50
Karl Postl (alias Charles Sealsfield), Charles Dickens, Jules Verne, Arthur Conan-Doyle und andere.
Das sind die, die nach der Tagung im Februar in Freiburg ("Ich? Ja, ich!"winking smiley bei mir hängen geblieben sind.

(siehe auch :
[www.karl-may-franken.de] )

Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.07.16 09:51.
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
11. Juli 2016 13:40
Andreas Graf hat in den Jahrbüchern der Karl-May-Gesellschaft zwei ausführliche Aufsätze über Möllhausen und Gerstäcker als Vorbilder Karl Mays veröffentlicht, beide auch auf seiner Website zu finden (http://www.graf.ablit.de/). Dort wird u.a. erwähnt, Möllhausen habe drei seiner Werke in der ICH-Form verfasst.

Um ein Gespür dafür zu bekommen, wie Karl May sich inspirieren ließ, würde ich nur zu gerne ausführlich in den Werken der vielen - zum Großteil in dieser Leserunde schon erwähnten - Autoren stöbern. Leider sprengt dies mein begrenztes Zeitbudget - somit werde ich mich damit begnügen (müssen), bis Ende der Woche meine Nase "stichprobenartig" in das eine oder andere Buch zu stecken. Am Wochenende breche ich auf zur dritten Station meiner Reise, die da lautet:

AUF DER SEE GEFANGEN.

Bis dann und vielleicht noch zwischendurch mit ein paar Impressionen,

mugwort
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
11. Juli 2016 18:10
Helmut schrieb:
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> Karl Postl (alias Charles Sealsfield), Charles
> Dickens, Jules Verne, Arthur Conan-Doyle und
> anderem

ich habe jetzt im karl-may-handbuch auch noch "the scalp hunters" von mayne reid als vorbild gefunden... das steht auch in der ich-perspektive und es gibt einen Skalplosen Jäger Old rube
Re: Leserunde „Im Wilden Westen“ – chronologisch
06. August 2016 17:55
JamesDean schrieb:
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> ich habe jetzt im karl-may-handbuch auch noch "the
> scalp hunters" von mayne reid als vorbild
> gefunden... das steht auch in der ich-perspektive
> und es gibt einen Skalplosen Jäger Old rube

Ich habe da neulich mal kurz reingelesen - ist eine Vertiefung wert. Ich musste an Bloody Fox und seine Oase denken....
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