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Der verlorne Sohn

geschrieben von Rüdiger 
Der verlorne Sohn
01. Februar 2006 22:39
Im Original schreibt sich der Titel so, wie er über dem Thread steht, "verlorne", mit nur zwei e in dem Wort, genau so wie der "Zerbrochne Krug". - Das wäre übrigens so ein Fall, wo ich persönlich auch nichts dagegen hätte, es anders zu schreiben; wenn sie den Sinn nicht ändert, ist mir eine Schreibweise egal. Man muß eben unterscheiden. (Heute abend mußte ich nachgucken, wie man "Haddedihn" schreibt. Im Ernst.)

Quote

Ich habe mit dem verlorenen Sohn angefangen, und musste feststellen, dass ich so meine Schwierigkeiten habe da "rein zu kommen". Ich finde den Anfang (es waren noch keine 20 Seiten) bisher schlicht langweilig und uninteressant, und man hat das "Gefühl", dass man schon weiss, wie es dann so weitergehen wird.

schrieb Helmut noch im anderen Thread.

Die ganzen ca. 150 Seiten (Bargfelder Ausgabe) der Vorgeschichte finde ich irgendwie ziemlich daneben, Kitsch, Kolportage, Klischee. Das ändert sich, wenn es in die "Residenz" geht, ab da weht (teilweise) ein ganz anderer schriftstellerischer Wind. Mich beschlich beim Wiederlesen tatsächlich der Verdacht, hier sei ein anderer Autor am Werk gewesen. - Aber das ist öfter so bei May in den Kolportageromanen, das mit dem anderen Wind. Im "Weg zum Glück", wo die Sache mit König Ludwig dem Leser auch meistens quälend kitschig unrealistisch um die Ohren kommt, wird bei den Ereignissen um dessen Tod auch plötzlich ein ganz anderer, viel realistischerer und glaubwürdigerer Ton angeschlagen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.06 23:01.
Re: Der verlorne Sohn
02. Februar 2006 10:22
Der Anfang sieht mir nach folgendem "Konstruktionsprinzip" aus:
Man nehme gängige Versatzstücke der Kolportage (Herz-,Schmerz-,Kriminal-) und setze sie zufällig (z.B. durch Würfeln) zusammen.
Dann mal sehen, was dabei herauskommt und was sich daraus entwicklt, bzw. entwickeln lässt.

Dieses Prinzip scheint mir ein durchaus gängiges für damalige Kolportageromane gewesen zu sein, und sich heute noch großer Beliebtheit zu erfreuen, nicht nur bei Büchern, sondern auch bei Filmen.

winking smiley

Helmut
Re: Der verlorne Sohn
02. Februar 2006 10:49
Allerdings. Ich fühlte mich gleichermaßen in einen Heimatfilm versetzt und es klang für mich so ein wenig nach diesen netten Romanheftchen die meine Oma immer gelesen hat. Eigentlich fand ich die Dinger immer ein wenig grauslig (hupf)
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 17:28
Nun hat es mich kalt erwischt! Da will ich ins Regal greifen um vielleicht ein paar kluge oder auch dumme Worte zum "Verlornen Sohn" zu sagen und stelle mit Entsetzen fest, daß ich das überhaupt nicht besitze. Wenigstens nicht in einer verläßlichen Ausgabe. Klar, die Bearbeitungshäppchen besitze ich von Jugend an und halte das "Buschgespenst" für ein ausgezeichnet gemachtes Buch, aber ansonsten stehen da bei mir nur die Pawlak-Hardcoverbände. Und die sind ja nach Fischer. Aber dank ZVAB ist nächste Woche ein Antiquariat um 100 Euro reicher und ich werde einen weiteren Olms-Reprint im Regal haben. Ihr seid schuld!
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 17:39
> Ihr seid schuld

? und so erweisen sich Sinn und Zweck dieser Datenbank mal so, mal so ?

winking smiley

Ich hörte mal, Olms sei auch nicht die Original- (will sagen: Münchmeyer-) Fassung.
Oder ist das innerhalb der Kolportageromane unterschiedlich ? (ich kenne die Olms-Reprints gar nicht.)

Was die Bearbeitungen betrifft, klafft es gerade beim ?Verlornen Sohn? heftig auseinander: Band 64 ?Das Buschgespenst? finde ich gelungen (wenn auch stark verändert), Band 65 ?Der Fremde aus Indien? nahezu indiskutabel, weil auch vom Wesen her völlig verändert (bieder, gefällig, langweilig). Die Bände 74 und 76 (75 ist unbearbeitet) teils, teils. Wohl deutlich eher im Sinne der Originalfassung als Band 65.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 17:52
Ich bin jetzt beim zweiten Bargfelder Band (in der ?Waldkönig?- alias ?Buschgespenst? ? Handlung).

Wie er das beschreibt, wie das Mädel zum Ball eingeladen wird und ihr Freund sozusagen Höllenqualen deswegen erleidet, weil er weiß, was das in dem Fall bedeuten wird, während sie gutgläubig-oberflächlich sich nur geschmeichelt fühlt und gar nicht versteht was er denn nur hat, das finde ich großartig. Diese Einfühlsamkeit, diese Anteilnahme an den Personen. Bei Chronik Band IV verlässt mich ja gelegentlich die Sympathie mit ihm, aber wenn ich dann sowas lese, bin ich ihm wieder gut ? Ich glaube, er hätte ein ganz großartiger (im Sinne von: auch allgemein anerkannter) Schriftsteller werden können, wenn einiges anders gelaufen wäre.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 21:13
Rüdiger schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Ich hörte mal, Olms sei auch nicht die Original-
> (will sagen: Münchmeyer-) Fassung.
> Oder ist das innerhalb der Kolportageromane
> unterschiedlich ? (ich kenne die Olms-Reprints gar
> nicht.)
>

Also (bei Reprints kenne ich mich aus):
Olms :
"Waldröschen": spätere (leicht bearbeitete) Münchmeyer-Fassung
"Liebe des Ulanen" : ebenso
"Der verlorne Sohn": originale Münchmeyer-Fassung
"Weg zum Glück" : originale Münchmeyer-Fassung
"Deutsche Herzen deutsche Helden": Fischer-Ausgabe (die war dafür sehr schön, weil die auch von aussen genau so aussah.)

Die Situation bei den Olms-Reprints ist deshalb so kompliziert, weil sie damals (in den 1970'ern) keine "originaleren" und "reproduzierbaren" Vorlagen zur Verfügung hatten.


Wenn man die Kolpartage-Romane als "Original-Reprints" haben will (so wie ich mittlerweile, siehe "Meine Sammlung"winking smiley, muss man beim Waldröschen die "Edition Leipzig" haben (Danke, Rolf), und beim "Ulanen" und bei "DHDH" die KMV-Reprints.

Helmut



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.06 21:19.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 21:19
Vergiß' die schönen Bargfelder nicht ...

(mit der schönen neuen Antiqua-Schrift)

winking smiley

Das ist meine Ausgabe der Wahl.

(Hups, jetzt hat der Helmut die Stelle in seinem Beitrag, auf die ich mich beziehe, auf "Original-Reprints" geändert, jetzt paßt meine Reaktion gar nicht mehr. Da stand vorher nur was von Original).

winking smiley



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.06 21:22.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 21:27
Ich schrieb von Reprints!

Und ich meine, dass zu "Athmosphäre" insbesondere der Kolpartageromane (aber auch der meisten Reiseerzählungen) die (von mir mittlerweile geliebte) Frakturschrift wesentlich besser passt, als die moderne auf "Dünndruckpaier".

Helmut, der jetzt das lit. Quartett (ohne E.H.) zu Heine ansehen wird.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 21:34
> Ich schrieb von Reprints!

Ich meinte, zunächst hätte da nur was von "Original" gestanden (guck' mal in meinen geänderten Beitrag vor Deinem letzten ...)

winking smiley

Gut, ich geh' auch ein bißchen Don Krawallo & Band gucken.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 21:37
Ja, das stand da.
Ich hab's aber geändert, weils einfach falsch war, und bevor ich Deine Antwort gelesen habe.

Und meine nächste Antwort kam vor der Änderung Deiner vorletzten Antwort ....
(so könnten wir noch eine Zeitlang gekonnt aneinander vorbeireden.

Helmut



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.06 21:39.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 21:43
Wir können auch ganz entspannt dabei bleiben und brauchen uns überhaupt nicht angegriffen zu fühlen ...

winking smiley

Wieso aneinander vorbei, ich find's alles ganz klar.

winking smiley
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 22:13
Helmut schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich schrieb von Reprints!
>
> Und ich meine, dass zu "Athmosphäre" insbesondere
> der Kolpartageromane (aber auch der meisten
> Reiseerzählungen) die (von mir mittlerweile
> geliebte) Frakturschrift wesentlich besser passt,
> als die moderne auf "Dünndruckpaier".
>
Hallo Helmut!

Nicht zu vergessen die Illustrationen der Münchmeyer-Heftchen. Schaurig-schön. Beim "Waldröschen" der Edition Leipzig sind sie sogar in Farbe. Wie ist das denn beim Olms-"Sohn"? Und als Fraktur-Fan habe ich mich ja verschiedentlich schon geoutet. Da kommt bei mir Nostalgie pur auf, weil meine Großeltern wenigstens ein paar alte Bücher über den 2. Weltkrieg retten konnten.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 22:17
Bücher über den 2. Weltkrieg in Fraktur? Habe ich noch nie gesehen... winking smiley

andrea
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 23:15
Haare wollen gespalten, Erbsen gezählt werden. Also denn:

- Es gibt keine 'Original-Reprints'. Es gibt 'Originale' und es gibt 'Reprints'.
- So schön sie auch immer sein mag, die HKA aus Nördlingen/Bargfeld, Dünndruckpapier ist das nicht, nie gewesen, und wurde von Verlag und Herausgebern auch nie behauptet.
Re: Der verlorne Sohn
03. Februar 2006 23:59
andrea schrieb:
-------------------------------------------------------
> Bücher über den 2. Weltkrieg in Fraktur? Habe ich
> noch nie gesehen... winking smiley

Selbstverständlich hätte es heißen müssen: "...Bücher über den 2. Weltkrieg hinweg retten konnten." Ich bitte um Entschuldigung, wenn mein Beitrag vom 03.02.06 23:13 mißverständlich gewesen sein sollte.

Viele Grüße

Rolf
Re: Der verlorne Sohn
04. Februar 2006 00:08
Der Reihe nach:

@Rüdiger:
>>> Wir können auch ganz entspannt dabei bleiben und brauchen uns überhaupt nicht angegriffen zu fühlen ...

Du solltest mich erstmal erleben, wenn ich nicht ganz entspannt bin, und wenn ich mich angegriffen fühle winking smiley

@Rolf:
Die Illustrationen der Münchmeyer-Heftchen sind auch in den Olms-Reprints drin, aber nur schwarzweiss. Ich weiss auch nicht, ob alle Illustrationen drin sind.

@Wolfgang:
Bei mir gibts "Original-Reprints", ich verwende das nämlich als Abkürzung für "Reprint des Originals".
Ich hatte übrigens Dünndruckpapier vorhin in " gesetzt, womit ich ausdrücken wollte, dass dies nicht wörtlich gemeint war, sondern als Vergleich zu den Reprints.
Vielleicht sollte ich mich bemühen, (insbesondere auch auf diesem Gebiet) eine korrektere Sprech- und Schreibweise anzugewöhnen, aber ich fürchte, dafür ist es mittlerweile zu spät.

Helmut
Re: Der verlorne Sohn
04. Februar 2006 00:12
andrea schrieb:
-------------------------------------------------------
> Bücher über den 2. Weltkrieg in Fraktur? Habe ich
> noch nie gesehen... winking smiley

Ich schon, es gab auch noch Anfang der 1940'er Jahre Bücher in Frakturschrift.
Re: Der verlorne Sohn
04. Februar 2006 00:36
Eigentlich wollte ich ja nur sagen: Ich find' Fraktur voll geil. Hatten Oma und Opa so Bücher von. Sin' nich' kaputt gegangen von den Bomben. Die Bücher mein' ich.
Re: Der verlorne Sohn
04. Februar 2006 00:58
> Du solltest mich erstmal erleben, wenn ich nicht ganz entspannt bin, und wenn ich mich angegriffen fühle

Das kann ich mir allerdings lebhaftst vorstellen, wobei "lebhaftst" absichtlich so geschrieben ist.

winking smiley
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